Staatssekretär Jan Benedyczuk vergibt Ludwig-Harig-Stipendium 2021 an die Autorin Martina Kieninger

Das Ludwig-Harig-Stipendium der Ministerin für Bildung und Kultur (MBK) ging im vergangenen Jahr an die in Montevideo (Uruguay) und Stuttgart lebende Autorin Martina Kieninger.

Aufgrund der Corona-Pandemie, Veranstaltungsabsagen und Einreisebeschränkungen konnte das Stipendium bisher nicht offiziell an die Autorin vergeben werden. Heute war es endlich möglich, Kulturstaatssekretär Jan Benedyczuk vergab das Stipendium an Martina Kieninger im Saarländischen Künstlerhaus. Mit dem Stipendium unterstützt das MBK die Arbeit der Autorin an ihrem Projekt „Rimbauds Holzbein oder Die große Schlacht von Saarbrücken“. Es ist mit 10.000 Euro dotiert.

Kulturstaatssekretär Jan Benedyczuk: „Mit Martina Kieninger erhält eine Autorin das Ludwig-Harig-Stipendium, die sprachspielerisch und sprachschöpfend eine Verbindung zwischen Naturwissenschaften und Literatur schafft und sich einem eindrucksvollen literarischen Experiment widmet. Eine starke Hinwendung an die Poetik Harigs. Ich gratuliere Martina Kieninger herzlich und wünsche ihr viel Erfolg!“

Die Jury begründet die Vergabe des Ludwig-Harig-Stipendiums 2021 wie folgt:

„Spannend und als Alleinstellungsmerkmal dieser Autorin zu betrachten, ist die enge Verbindung von Fragestellungen der Natur- und Technikwissenschaften – Chemie und Informatik – zu solchen der Ästhetik und genauer noch der Poetik. Dies schlägt sich auch im angekündigten Projekt – samt mitgelieferten Textbeispielen – nieder, das auf raffinierte Weise Verfahren der konkreten Poesie und Stuttgarter Schule mit der Narrativik verbindet und somit auch – implizit – auf die Entwicklung der Harigschen Poetik (vom Sprachspiel zum autobiographischen Erzählen) rekurriert. Das Sprachspielerische und Sprachschöpferische in Martina Kieningers Umgang mit Texten Rimbauds führt zu einem beeindruckenden literarischen Experiment.“

Das Ludwig-Harig-Stipendium wurde bereits zum dritten Mal vom Ministerium für Bildung und Kultur vergeben. Das Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und auf zwei Jahre befristet. Es ist dem größten und bekanntesten saarländischen Schriftsteller gewidmet. Mit Ablauf des Stipendiums ist ein Nachweis über die Arbeitsergebnisse zu veröffentlichen.

Zur Person Martina Kieninger

Martina Kieninger wurde 1966 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur studierte sie in Stuttgart Chemie. 1991 promovierte sie an der Universität Heidelberg. Seit 1996 unterrichtet sie an der Universidad de la República in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo. Daneben begann sie in den Neunzigerjahren mit der Veröffentlichung literarischer Texte im Internet. 2000 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil; 2005 erschien ihr erster Roman. Martina Kieninger erhielt u. a. 2000 den Würth-Literaturpreis, 2004 ein Stipendium des Künstlerhofes Schreyahn und 2019 den Deutschen Preis für Nature Writing.