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Die nicht mehr benötigten Brillen wurden in Großrosseln gespendet und werden in der JVA Saarbrücken im Rahmen des Projekts „Brillen ohne Grenzen“ für den Transport in ärmere Regionen aufbereitet

Am Dienstag übergaben Vertreter der Gemeinde Großrosseln (Bürgermeister Dominik Jochum, 1. Beigeordneter Michael Krewer, Ortsvorsteher von Großrosseln Fred Schuler) zahlreiche, in Großrosseln gesammelte Brillen an Justizstaatssekretär Roland Theis und den Leiter der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken Pascal Jenal. Im Rahmen des Besuchs besichtigte die Delegation aus Großrosseln die Räumlichkeiten der Arbeitstherapie der Justizvollzugsanstalt, in denen die Brillen gereinigt, aufbereitet und vermessen werden. Im Anschluss werden die Brillen über das Hilfsprojekt „Brillen ohne Grenzen“ in Regionen in aller Welt versandt, in denen sich viele Menschen keine Sehhilfe leisten können.

Justizstaatssekretär Roland Theis: „Ursprünglich war geplant, nur an den Standorten der saarländischen Justiz gebrauchte, nicht mehr benötigte Brillen für den wohltätigen Zweck zu sammeln und in der JVA Saarbrücken aufbereiten zu lassen. Inzwischen hat die Aktion jedoch erfreulicherweise Unterstützung von weiteren, am Mitmachen interessierten Institutionen und Behörden erhalten. So auch die Gemeinde Großrosseln. Ich danke insbesondere Fred Schuler, der als Ortsvorsteher die Initiative ergriffen und in seinem Ort Sammelstationen aufgebaut hat. Mit solchen Aktionen können wir dafür sorgen, dass Sehhilfen in ärmeren Regionen keine Luxusartikel bleiben müssen.“

Ortsvorsteher Fred Schuler ergänzt: „Als ich von der Kooperation des Justizministeriums mit ‚Brillen ohne Grenzen‘ zum ersten Mal gehört habe, wollte ich das Projekt direkt in meinem Ort unterstützen. Wir haben in Großrosseln eine Sammelbox aufgestellt, die sich schnell füllte. So kamen innerhalb von wenigen Wochen mehrere Hundert Brillen zusammen, die jetzt einer neuen sinnvollen Verwendung zugeführt werden können. So konnten wir als Ortsgemeinschaft schnell und unkompliziert einen Beitrag für dieses tolle Hilfsprojekt leisten.“

Weitere Informationen zu der Kooperation der saarländischen Justiz können Sie der folgenden Internetseite entnehmen: https://www.saarland.de/mdj_brillen_ohne_grenzen

Hintergrund: Informationen über das Hilfsprojekt “Brillen ohne Grenzen”

Das in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Rotary-Hilfe-Tholey-Bostalsee e.V. betriebene Projekt „Brillen ohne Grenzen“ ist Teil einer deutsch-französischen Brillenfreundschaft, die zum Ziel hat, sehbehinderten Menschen in aller Welt einen Zugang zu Sehhilfen zu eröffnen. In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern können sich große Teile der Bevölkerung keine Brillen leisten. Sie müssten hierfür sechs bis acht Monatslöhne aufbringen. Hier setzt das Projekt „Brillen ohne Grenzen“ an, indem es im Wege der Direkthilfe gebrauchte Brillen, die in Deutschland keinen Wert mehr haben, sammeln, aufbereiten und an jeden denkbaren Ort der Welt versendet, wo der französische Partner „L.S.F. Lunettes sans Frontiere“ und andere lokale Partner die kostenlose Verteilung der Brillen an die Menschen, die sie für ein eigenständiges Leben benötigen, sicherstellen. Darüber hinaus unterstützt „Brillen ohne Grenzen“ im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe den Entwicklungsdienst Deutscher Augenoptiker (EDA) beim Aufbau von EDA-Optikereinrichtungen vor Ort, die die Menschen nicht nur mit Optikerleistungen versorgen, sondern auch Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten für die Menschen vor Ort schaffen.

Künftig wird auch die saarländische Justiz das Projekt „Brillen ohne Grenzen“ unterstützen. In einem ersten Schritt werden in insgesamt 17 saarländischen Gerichten Sammelboxen von „Brillen ohne Grenzen“ aufgestellt werden. Diese Sammelboxen wurden in der Schreinerei der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken gefertigt. In einem zweiten Schritt sollen die gesammelten Brillen dann in der dortigen Justizvollzugsanstalt für den Versand in die bedürftigen Regionen der Welt aufbereitet werden.

„Die Deutsch-französische Brillen-Freundschaft mit ihrer Hilfsaktion ‚Brillen ohne Grenzen‘ ist ein tolles Stück europäischen zivilgesellschaftlichen Engagments, das mit einfachen Mitteln Großes bewirkt, indem es zahlreichen Menschen die Chance auf ein eigenständiges Leben ermöglicht. Dass die saarländische Justiz hierzu einen Beitrag leisten kann, freut mich sehr Staatssekretär Roland Theis

Die Initiative „Brillen ohne Grenzen“ geht zurück auf Kapuziner-Pater Francois-Marie Meyer, der im Elsass vor mehr als 42 Jahren die Idee hatte, mit gebrauchten Brillen armen Menschen in aller Welt, die keinen Zugang zu Sehhilfen haben, zu helfen. Heute wird seine Idee durch den französischen Verein „L.S.F. Lunettes sans Frontiere – Brillen ohne Grenzen“ fortgeführt. L.S.F. ist seit vielen Jahren eine europaweit bekannte Anlieferstelle für gebrauchte Brillen und langjähriger Kooperationspartner von „Brillen ohne Grenzen“ aus dem Saarland.

Inzwischen wurden an sämtlichen saarländischen Gerichten Sammelstellen von „Brillen ohne Grenzen“ aufgestellt, bei denen sowohl die Beschäftigten der Justiz als auch Besucher gebrauchte Brillen abgeben und damit gemeinsam Gutes tun können. Die dabei gesammelten Brillen werden im Saarland in der WIAF-Brillenverwertungsstelle in St. Wendel und in der Gudd-Zweck-Brillenverwertungsstelle mit EDA-Optiker-Ausbildungswerkstatt in Oberkirchen (Gemeinde Freisen) sowie künftig auch in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken gereinigt, sortiert, zwischengelagert und im Anschluss über den französischen Partner „L.S.F. Lunettes sans Frontiere“ an bedürftige Personen in aller Welt verteilt werden, denen so ein Zugang zu Sehhilfen geschaffen und damit ein wesentlicher Grundstein für ein selbständiges Leben gelegt wird.