Umweltministerium unterstützt kommunales Förderprogramm für private Regenwasserbewirtschaftung

Die Bewirtschaftung von Regenwasser liegt nicht nur in der Aufgabe der Kommunen. Auch private Grundstückseigentümer sollten sich Gedanken machen, wie sie Regenwasser abfließen lassen, behandeln oder auch nutzen.

Staatssekretär Sebastian Thul und Merchweiler Bürgermeister Patrick Weydmann bei der Bescheidübergabe vor dem Rathaus. Foto: Sven Klein, MUVDie Gemeinde Merchweiler hat nun als erste saarländische Gemeinde ein Förderprogramm dazu aufgelegt. Zur Unterstützung der Förderung im Rahmen der Aktion Wasserzeichen hat Umweltstaatssekretär Sebastian Thul jetzt Bürgermeister Patrick Weydmann einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 146.000 Euro übergeben.

In den Genuss des neu aufgelegten Förderprogramms kann jeder Grundstückeigentümer im besiedelten Bereich kommen. „Die Maßnahmen zielen vor allem darauf ab, dass der Wasserhaushalt in der Gemeinde weitestgehend naturnah wird“, so Umweltstaatssekretär Sebastian Thul. „Regenwasser soll nicht in den Kanal abfließen, sondern möglichst natürlich im Boden versickern oder zwischengespeichert werden.“

Das nicht verschmutzte und damit nicht reinigungsbedürftige Niederschlagswasser soll nicht mehr in den Mischwasserkanal abgeleitet werden, sondern durch Flächen mit Versickerungsmöglichkeiten sowie Mulden direkt dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden. Eine Retention in Form von beispielsweise einer Zisterne oder einem Becken ist ebenfalls möglich. „Diese Maßnahmen tragen in der Summe zu einer Anreicherung des Grundwassers, einer hydraulischen Entlastung der Kanalisation und zu einer Verbesserung der Gewässergüte bei“, so Thul. „Dadurch entlastet man die Gewässer und steigert die Leistung von Kläranlagen.“

Hintergrund:

Die 2021 aktualisierte Förderrichtlinie Aktion Wasserzeichen fördert ebenso die Fremdwasserentflechtung von Mischwasserkanalisationen, die Aufrüstung und Ertüchtigung von Kläranlagen, die messtechnische Erfassung von Entlastungsbauwerken und externe Gewässerschutzbeauftragte mit dem Ziel der Verbesserung der Gewässergüte und des Wasserkreislaufs.

Mit der Novellierung dieser Richtlinie können die Gemeinden Fördermittel zur de-zentralen Regenwasserbewirtschaftung an die örtliche Bevölkerung weiterreichen; beispielsweise für Retentionszisternen, wasserdurchlässige Oberflächenbeläge oder Mulden-Rigolen-Systeme. Über diese Förderangebote sollen möglichst viele Menschen im Saarland zum Mitmachen bewegt werden.

Regio.news Merchweiler