Eppelborn – Stolperstein für Rudolf Wohlfart gegen das Vergessen!

Pressemitteilung der Landkreis Neunkirchen/ Fotos: Gemeinde
 
 
 
Eppelborn Finkenrech

Stolperstein für Rudolf Wohlfart gegen das Vergessen!

Im Eppelborner Ortsteil Dirmingen wurde am vergangenen Sonntag der erste Stolperstein in der Gemeinde Eppelborn verlegt.  Der Stein mit der Aufschrift „Hier wohnte Rudolf Wohlfart. Jahrgang 1902. Seit 1935 in mehreren Heilanstalten. Ermordet 28.2.1941. Aktion T4.“ soll an diesen ehemaligen Dirminger Bürger, der von den Nazis ermordet wurde, erinnern.  Ermordet wurde Rudolf Wohlfart, damals mit Karoline, geborene Wagner, verheiratet und Vater von zwei Kindern, weil er in der Psychiatrie saß.

Sein inzwischen 95 Jahre alter Sohn, Rudolf Wohlfart, war gerade mal 14 Jahre alt, als seine Mutter die Nachricht vom Tod ihres Ehemanns im Februar 1941 erhielt.  Sein Vater kam ins Landeskrankenhaus für Psychiatrie, als er gerade mal acht Jahre alt war. Zuerst konnte er den Vater noch besuchen, ab 1939 dann nicht mehr. 1941 wurde der Mutter dann per Brief mitgeteilt, dass ihr Mann an einer Angina mit Blutvergiftung gestorben sei. Für die Aushändigung der Asche sollte sie bezahlen.

Sohn Rudolf Wohlfart berichtete dem Saarländischen Rundfunk, dass ihm immer klar gewesen sei, dass sein Vater ermordet wurde. Schließlich nahm er in Berlin Akteneinsicht.  Dabei erfuhr die Familie, dass der Vater über drei weitere Stationen schließlich ins hessische Hadamar gekommen war. Daraufhin machte sich Rudolf Wohlfart mit der ganzen Familie auf den Weg nach Hadamar, um sich den Ort anzusehen, wo sein Vater starb. Schon seit einigen Jahren steht im Garten der Familie in der Illinger Straße 25 in Dirmingen ein Gedenkstein. Mit der Stolperstein-Verlegung erfüllte sich schließlich ein großer Wunsch der Familie.

Sie nahmen Kontakt zu Gunter Demnig, dem Gründer des Stolpersteine-Projekts auf, und luden ihn nach Dirmingen ein. Schließlich war es am vergangenen Sonntag endlich soweit. Demnig verlegte den Stolperstein für Rudolf Wohlfart in Dirmingen persönlich im Gehweg vor dem Wohnhaus. Einen Stolperstein für einen Mann, der ermordet wurde, weil er in der Psychiatrie saß, betont Demnig, das sei bis vor ein paar Jahren noch Tabu gewesen. Erst seit ein paar Jahren wird auf diese Weise Menschen mit diesem Schicksal durch Stolpersteine gedacht.

„Es ist wichtig, dass wir ein Zeichen gegen das Vergessen setzen. Gerade heute, am 8. Mai, an dem sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 77. Mal jährt, ist diese Verlegung ein Zeichen für Demokratie und Toleranz. Ich danke Familie Wohlfart, sowie Gunter Demnig dafür, dass das Projekt Stolpersteine nun auch in Eppelborn gegenwärtig ist. Rudolf Wohlfart teilt sein Schicksal mit so vielen Menschen, die von den Nazis ermordet wurden – er und alle anderen dürfen nicht vergessen werden“, sagte Eppelborns Bürgermeister Andreas Feld.

Zu der ganz besonderen Aktion waren neben dem Dirminger Ortsvorsteher Frank Klein auch seinen Kollegen Werner Michel und Hans Nicolay sowie der Erste Beigeordnete, Christian Ney, und der Landtagsabgeordnete Alwin Theobald nach Dirmingen gekommen. Trotz der frühen Uhrzeit und des Muttertags war die Anteilnahme an der Stolpersteinverlegung überaus groß. „Ich danke allen, die diese Aktion besucht haben. Wir alle haben heute gemeinsam ein wichtiges Signal gegeben!“, so der Bürgermeister abschließend.

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