SaarMover – saarländisches Konsortium reicht Projektantrag für automatisierten ÖPNV beim Bund ein
Den ÖPNV im Saarland nachhaltiger und attraktiver gestalten – mit diesem Ziel hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft gemeinsam mit Partnern der Wirtschaft und der Kommunalpolitik einen Projektantrag beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) eingereicht.
Unter dem Namen „SaarMover“ soll die Umsetzbarkeit automatisierter Mobilitätsangebote untersucht werden. Dabei wird die Kreisstadt Merzig durch einen automatisierten, elektrischen und rollstuhlgerechten Kleinbus mit dem Umland vernetzt. Unterstützung erhält das Projekt auch vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.
„Mit dem SaarMover wollen wir einen weiteren Schritt in Richtung Mobilität der Zukunft machen. Ich freue mich, dass Merzig mit diesem Pilotprojekt vorangeht, sodass wir wertvolle Erfahrungen für die Umsetzung solcher Ideen sammeln können. Ich bin sicher, dass wir davon am Ende landesweit profitieren werden“, so Verkehrsministerin Anke Rehlinger.
Auch Professor Wieker, von der Hochschule für Technik und Wirtschaft, betont die Strahlkraft des Vorhabens: „Mit dem Projekt SaarMover bildet das Saarland die Speerspitze für die Erschließung der Mobilität im ländlichen Raum.“
Das saarländische Konsortium will im Rahmen von Saarmover die innovative Erweiterung des bestehenden ÖPNV-Angebots im Saarland durch einen hochautomatisierten Kleinbus untersuchen. Der Bus soll entlang einer festgelegten Route die Merziger Innenstadt mit den angrenzenden Gemeinden verbinden. Umgesetzt wird das Mobilitätsangebot durch die ARGE Nahverkehrsgesellschaft mbH. Der Bus wird dabei vollständig in das Nahverkehrsangebot des saarländischen Verkehrsverbundes, dessen Tarifstruktur und dessen Auskunfts- und Buchungssysteme integriert. Die komplett autonomen Fahrten werden durch einen Sicherheitsfahrer begleitet.
Merzig-Waderns Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich betont: „Zukünftig werden Bedarfsverkehre im ÖPNV eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der Mobilität im ländlichen Raum erlangen. Der Antrag für das Projekt SaarMover hat daher eine große Bedeutung für den Landkreis Merzig-Wadern.“
Vor allem in Kleinstädten und im ländlichen Raum besteht bei der Anbindung an den ÖPNV, insbesondere im Bereich der Elektromobilität, noch großer Forschungs- und Nachholbedarf. SaarMover stellt somit einen Baustein hin zu einem nachhaltigen ÖPNV dar und trägt langfristig zur Verkehrswende und dem Klimaschutz bei. Neben der technischen Umsetzung, soll auch die Akzeptanz der Bevölkerung sowie die Auswirkung auf die Arbeit der Beschäftigten im ÖPNV untersucht werden. Auch eine perspektivische Übertragbarkeit in andere Regionen und die Überführung in einen Regelbetrieb wird geprüft.
Das Gesamtvolumen des Projektantrags umfasst knapp 3 Mio. Euro. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr wird im Falle einer Förderung durch das BMWi nicht durch Bundesmittel gedeckte Eigenanteile der Projektpartner bis zur maximal zulässigen Summe aufstocken.
Weitere Stimmen der Projektpartner:
Christian Ebert, Geschäftsfüher Qivalon GmbH: „Autonome Elektrobusse sind eine Schlüsseltechnologie für ein komfortables und flexibles ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum mit positiver Ökobilanz. Als Unternehmen, das sich schwerpunktmäßig mit der datengetriebenen Entscheidungsunterstützung für Flottenbetreiber beschäftigt, freuen wir uns, aktiv an der Etablierung dieser Schlüsseltechnologien mitwirken zu können.“
Heike Twele, HaCon Ingenieursgesellschaft mbH: „Mit dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen im on-Demand-Verkehr kann der öffentliche Verkehr (ÖV) – insbesondere im ländlichen Raum – bei besserer Wirtschaftlichkeit wesentlich flexibler auf die Bedürfnisse der Nutzer reagieren. Die Verknüpfung mit dem regulären, liniengebundenen ÖV ist dabei essentiell, da die Reiseketten der Nutzer in der Regel nicht an den Grenzen der Bediengebiete enden. Für Hacon stellt das Projekt SaarMover eine Chance dar, die existierende Fahrgastinformation mit den Dispositions- und Buchungssystemen des on-Demand-Verkehrs zu verknüpfen und diese Lösung in einem realen Umfeld zu erproben. Damit kann die Digitalisierung im ÖV wesentlich vorangetrieben und so seine Zukunftsfähigkeit sichergestellt werden.“
Christian Bies, Leiter des städtischen Bauamtes Merzig: „Flexible und attraktive Angebote im ÖPNV sind für die Kreisstadt Merzig, die durch städtische als auch ländliche Strukturen geprägt ist, im Hinblick auf neue Mobilitätsformen, die Verkehrswende sowie die Erreichung der Klimaziele, von unverkennbarer Bedeutung. Gerade automatisierte Bedarfsverkehre mit elektrischen Kleinbussen wie sie im Projekt SaarMover in der Stadt Merzig erprobt und realisiert werden sollen bieten hier ein beachtliches Potential. Voller Vorfreude und Spannung blickt die Stadt Merzig auf das innovative SaarMover Projekt und hofft gleichzeitig auf eine nachhaltige Etablierung von automatisierten Bedarfsverkehren im ÖPNV-Angebot in der Stadt und der Region.“
