Saarland – Deutsch-französische Unterstützung für grenzüberschreitende Wasserstoffallianz!

Von |2021-05-25T10:29:59+02:00Mai 25th, 2021|

Saarlands Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, der Co-Vorsitzende der deutsch-französischen Parlamentarischen Versammlung und Mitglied der französischen Nationalversammlung im Département Moselle, Christophe Arend, und seine Kollegin Hélène Zannier haben ein Unterstützungsschreiben für eine grenzüberschreitende Wasserstoffallianz unterzeichnet.

Mit dem gemeinsamen Brief wenden sie sich an die deutsche Bundesregierung und an die französische Regierung sowie an die deutsch-französische Parlamentarierversammlung, und bitten um Unterstützung für das Wasserstoffzukunftsprojekt.

Derzeit läuft ein Interessenbekundungsverfahren beim Bundeswirtschaftsministerium um EU-Förderung für ein „Important Project of Common European Interest“ – kurz IPCEI ­– im Bereich Wasserstoff. Dabei handelt es sich um ein transnationales Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse, das mittels staatlicher Förderung einen wesentlichen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leistet.

Saarlands Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger: „Wasserstoff-Leitprojekte wie dieses können eine starke Signalwirkung für die Wirtschaft entfalten und sind auch ein grenzüberschreitender Leuchtturm für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Herzen Europas. Es ist eine wichtige Chance für ein technologisches Update für Industrie und Mobilität.“

Christophe Arend ergänzt: „Um die Zukunft abzusichern, haben die Akteure und die Industriellen unserer grenzüberschreitenden Region einen gemeinsamen Plan erschaffen zur nachhaltigen Reindustrialisierung und zur Bewahrung der Arbeitsplätze. Wir müssen unbedingt die Chance des IPCEI-Verfahrens wahrnehmen, damit unsere Region ein Hauptbaustein der europäischen H2-Verbundwirtschaft wird.“

Im Unterstützungsschreiben von Rehlinger, Arend und Zannier heißt es: „Das Saarland und die Region Grand Est stehen vor großen Herausforderungen mit Blick auf den Strukturwandel der Industrie. Wir Menschen in der Großregion sehen im Wandel aber traditionell vor allem die Chancen: Wir wollen den Umbau unserer Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und Innovation. Dabei setzen Unternehmen und Politik auf Wasserstoff als technologische Brücke in eine wirtschaftlich erfolgreiche und zugleich klimafreundliche Zukunft. […] Wir sind der festen Überzeugung, dass eine europäische Wasserstoffwirtschaft einen starken Kern benötigt. Die deutsch-französische Industrieregion an Saar und Mosel lebt von ihrer engen Verflechtung. Menschen, Waren und Wissen queren jeden Tag die Grenze. Gerade in Zeiten der Pandemie haben wir erlebt, wie wertvoll dieser Austausch ist – und wie verletzlich. Wir wollen ihn daher stärken und zugleich einen wichtigen Beitrag zu einer echten europäischen Wasserstoffwirtschaft leisten. Damit knüpfen wir an die Traditionen der Kohle- und Stahlregion an und schlagen die Brücke in die Zukunft. Die Initiative leistet zudem einen konkreten Beitrag, um den Aachener Vertrag zwischen Frankreich und Deutschland mit Leben zu erfüllen.“

Rehlinger, Arend und Zannier trafen sich am Donnerstag, 20. Mai, zur gemeinsamen symbolischen Unterzeichnung des Schreibens am Grenzblickfenster bei Leidingen, direkt an der deutsch-französischen Grenze.

Die Projektskizze für das IPCEI

Das „Wasserstoff-Tal“ – eine französisch-deutsche Blaupause für regionale Wasserstoffcluster und Keimzelle der europäischen Wasserstoffwirtschaft

Im Februar 2021 haben die Unternehmen Stahlholding Saar (SHS), CREOS, STEAG/Siemens und Saarbahn zusammen mit lothringischen Vertretern des Projekts Emil‘Hy und H2VSt Avold  ein gemeinsames Chapeau-Dokument, das den Verbundcharakter der einzelnen IPCEI-Projektanträge beschreibt, auf den Weg gebracht. Den Partnern war bewusst, dass sie damit eine historische Chance für den Strukturwandel in der Großregion ergreifen, indem sie Synergien für die gesamte Großregion geschickt nutzen und gleichzeitig den entscheidenden Eckpfeiler zum Aufbau einer französischen-deutschen Wasserstoffwirtschaft setzen. Eine Besonderheit ist dabei die Entwicklung auf der Zeitachse: Der Erfolg des Gesamtprojekts hängt wesentlich davon ab, dass alle Partner ihre Teilprojekte und deren Ausbau synchronisiert miteinander entwickeln.

Ein erster großer Meilenstein soll bereits im Jahr 2026 erreicht sein. Bis dahin sollen Genehmigungen erteilt, die Finanzierung der Teilprojekte gesichert sowie Lieferung und Bau wesentlicher Teile des grenzüberschreitenden Clusters bereits fertiggestellt sein. Auf der Erzeugungsseite gehört der stufenweise Aufbau bedeutender Wasserstoff-Produktionskapazitäten dazu. Im Projekt Emil’Hy in Carling werden ab 2025 mit einer maximalen elektrischen Leistung von 75 MW jährlich rund 10.000 Tonnen Wasserstoff mittels PEM-Elektrolyse produziert. Parallel werden im so genannten Hydrohub in Fenne etwa 5.800 Tonnen grüner H2 aus einem Elektrolyseur mit 35 MW erzeugt. H2V plant einen stufenweisen Aufbau von Produktionskapazitäten von bis zu 100 MW (~12.000 Tonnen jährlich) bis 2026 in St. Avold als Alkali-Elektrolyse. Dieser Antrag hat Eingang gefunden in das saarländische IPCEI-Chapeau-Dokument.

Demgegenüber stehen die Verbraucher: Bis zu 800 Tonnen H2 jährlich werden in 27 Bussen und 9 Zügen als Verbrauch der Saarbahn in Saarbrücken erwartet. Bis zu 6.000 Tonnen H2 benötigt eine Methanolproduktion in Carling von GazelEnergie (e-Methanol). Mit bis zu 12.000 Tonnen im Projekt H2SYNgas wird die Stahl-Holding-Saar in Dillingen zur Demonstration der verfahrenstechnischen Machbarkeit bereits in dieser ersten Phase bis 2026 der größte Abnehmer von grünem Wasserstoff sein. Es braucht dazu sowohl kommunikativ als auch organisatorisch präzise aufeinander abgestimmte Verfahrensabläufe, damit in allen Teilprojekten ausreichend hohe Mengen zum richtigen Zeitpunkt vorliegen.

Den Transport dieser nicht unerheblichen Mengen Wasserstoff kann nur über eine gut ausgebaute Infrastruktur erfolgen. So ist geplant, bis zu diesem Zeitpunkt im Projekt MoSaHyc von Creos und GRTgaz gemeinsam ein rund 100 km langes, reines Wasserstofftransportnetz inklusive einer neuen Leitung von Bouzonville nach Dillingen zu bauen. Bis 2026 sollte dieses Fundament als Keimzelle für das „französisch-deutsche Wasserstoff-Tal“ gelegt sein.

Der zweite, große Meilenstein betrifft den mittelfristigen Ausbau dieser Grundkomponenten. Dabei ist die Netzstruktur für deutlich höhere Transporte schon vordimensioniert. Es ist in der Lage, den deutlich höheren Wasserstoffverbrauch von bis zu 75.000 Tonnen pro Jahr im Zuge der Hochskalierung in H2SYNgas bis 2032 nach Dillingen durchzuleiten! Damit könnte eine Co2-Reduzierung von über 900.000 Jahrestonnen erreicht werden. Zum Vergleich: Die im August 2020 eingeweihte Koksgaseindüsung in Dillingen erbrachte eine Verbesserung um maximal 150.000 Tonnen jährlich.

Um die Infrastruktur möglichst kosteneffizient zu gestalten, wird auf vorhandene Leitungen zurückgegriffen. Insofern bieten sich die vorhandenen 80 km Haupttransportleitung zu einer Weiternutzung mit Wasserstoff an. Auch reicht der Querschnitt der vorhandenen, auf H2-Betrieb umgestellten Leitung zwischen Fenne und Carling für bis zu 10.000 Tonnen, die für den Transport aus Fenne geliefert werden könnten.

Grundsätzlich besteht die Bereitschaft, im Projekt Emil’Hy die Produktion in Carling bis 2030 um weitere 20.000 Jahrestonnen zu erhöhen. Auch sind im Projekt H2V bis zu weiteren 300 MW an H2-Produktion bis Ende der Dekade geplant. Darüber hinaus gehende Mengen könnten durch einen Anschluss sowohl an die so genannte MEGAL-Leitung als auch an die aus Südfrankreich in Carling ankommende französische Hauptleitung und damit an das in der zweiten Phase befindliche European Hydrogene Backbone aus Importen erfolgen: Damit würde aus dem bisherigen regionalen deutsch-französischen Wasserstoffwirtschaftssystem ein wichtiger Baustein der europäischen H2-Verbundwirtschaft werden. Denn die in der nächsten Dekade anstehende weitere Dekarbonisierung der Stahlproduktion benötigt zusätzliche, deutlich darüber hinausgehende Mengen an H2 aus internationalen Bezügen.

Ohne die sich synergetisch ergänzenden deutschen und französischen Bausteine in der Großregion in der Aufbauphase bis 2026 und der weiteren Aufskalierung bis 2032 wird dieser Quantensprung für die zukunftsfähige Weiterentwicklung der Stahl- und Energieindustrie auf eine H2-Wirtschaft hin nicht gelingen.

Insgesamt kann das auf der Zeitachse sich Schritt für Schritt aufbauende Projektszenario dann tatsächlich zu einem Eckpfeiler der europäischen H2-Strategie werden. Insofern verdienen die im Verbunddokument vom Februar 2021 genannten und ideal durch die französischen Projekte „Emil’Hy“ und „e-methanol“ erweiterten Bausteine unserer besonderen Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Ministerium für Bildung

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