St. Ingbert – Feierliche Übergabe des „Kleinen Stiefels“!

Von |2021-10-29T20:43:18+02:00Oktober 29th, 2021|

REGIO.news - St. Ingbert
v.l.n.r.: Das Team um Bildhauermeisterin Heike M. Spohn (2. v.l.) Josef Matuschek, Erich Morlo, Egon Irmscher, Maria Blendowski, Horst Altgeld und Udo Wamprecht

Feierliche Übergabe des „Kleinen Stiefels“ an den Ortsrat 

Wer hätte das gedacht, dass sieben Bildhauer in einer Rekordzeit von 40 Tagen und unglaublichen 539 Arbeitsstunden aus drei Steinblöcken einen Miniatur- Stiefel herausarbeiten? Selbst Heike Spohn, die als Bildhauermeisterin die Gesamtleitung des Projektes innehatte, war über die beachtliche Leistung überrascht. „Ich war tatsächlich alles andere als begeistert, als Irene Kaiser während der Sommerakademie 2020 zum ersten Mal mit ihrer Idee zu mir kam, einen kleinen Stiefel aus Stein zu hauen. Allerdings hatte ich nicht mit ihrer Hartnäckigkeit gerechnet. Sie kam immer wieder mit dem Thema auf mich zu, und so ließen wir uns schließlich im Sommer 2021 auf dieses Wagnis ein“, erzählte Heike Spohn schmunzelnd. Heute könne sie im Namen des kompletten Bildhauer-Teams jedoch mit Überzeugung sagen: Danke, dass wir dabei sein durften!

Bei der offiziellen Übergabe des fertig geschlagenen Steinobjektes waren neben Ortsvorsteherin Irene Kaiser auch zahlreiche Mitglieder des Ortsrates St. Ingbert-Mitte anwesend. „Ich möchte mich auch im Namen des Ortsrates ganz herzlich bedanken, dass Ihr Euch auf dieses Abenteuer eingelassen habt. Hier und heute kann ich mit Überzeugung sagen, dass sich die manchmal sehr mühevolle Arbeit wirklich gelohnt hat. Wir alle können stolz auf unseren „kleinen Stiefel“ sein“, freute sich die Ortsvorsteherin von St. Ingbert-Mitte. Nach der feierlichen Enthüllung der dunkelroten Stein-Skulptur, die liebevoll mit einer großen roten Schleife geziert war, durfte Irene Kaiser sie mit einer kleinen Flasche Champagner taufen.

Die kleinere Version des St. Ingberter Wahrzeichens wurde im Maßstab 1:3 angefertigt und soll auf dem Kreisel Ensheimer Straße platziert werden. Geplant ist, dass das Kunstwerk aus Rothbacher Buntsandstein nach seiner Fertigstellung auf einem extra betonierten Fundament und einem nachempfundenen Felsplateau aufgestellt wird. Die Finanzierung wurde ausschließlich durch Sponsoring und Fördergelder sichergestellt, die sieben Steinbildhauer arbeiteten allesamt ehrenamtlich und ohne Honorar. Neben Bildhauermeisterin Heike Spohn gehörten Egon Irmscher, Udo Wamprecht, Erich Morlo, Josef Matuschek, Horst Altgeld und – als zweite Frau im Bunde – Maria Blendowski zum Team.

Stolz und sichtlich glücklich waren sie alle an diesem Nachmittag und auch so ein bisschen Erleichterung war zu spüren, dass dieses große Projekt so hervorragend gelungen ist. Erich Morlo fand dazu die richtigen Worte: „Eine absolut runde Sache. Und ich bin einfach nur glücklich, dass ich dabei sein durfte.“ Nebenbei erwähnte er die Harmonie innerhalb der Gruppe und dass nach getaner Arbeit so manche Pizza gegessen und auch mal eine gute Flasche Wein getrunken wurde, was natürlich zur Stärkung der Arbeitsmoral beigetragen hätte.

Wie aus einer Hand geschlagen

„Ganz besonders danke ich natürlich meinen Mitklopfern, die in kurzer Zeit Unglaubliches geleistet haben. Ich bin wirklich begeistert!“, freut sich die „Chefin“ Heike Spohn. Interessant war auch zu erfahren, wer an welchem von den drei Teilen der Skulptur gearbeitet hat. So schufen Heike Spohn und Horst Altgeld den „Hut“, während Josef Matuschek, Erich Morlo und Egon Irmscher den Mittelteil behauen haben. Um den Sockel kümmerten sich Maria Blendowski und Udo Wamprecht. Obwohl jeder Einzelne seine eigene Handschrift beim Behauen mit Hundezahn und Preller hat, mutet das Gesamtbild an, wie aus einer Hand geschlagen.

Nach reiflicher Überlegung steht auch schon fest, wie das nachempfundene Stiefel-Wahrzeichen auf dem Kreisel platziert werden soll. Auf die „Egon-Flanke“, benannt nach Egon Irmscher, werden die Verkehrsteilnehmer sehen, die aus Richtung Staffel nach St. Ingbert einfahren. Umgekehrt schauen die Personen, die über die Ensheimer Straße hochkommen, auf die „Josef-Flanke“, also die Seite, die von Josef Matuschek herausgearbeitet wurde. Vielleicht spukt ja schon die ein oder andere Idee in den Köpfen der Hobby-Bildhauer, was sie noch ehrenamtlich für die Stadt St. Ingbert erschaffen könnten. Wollen wir es doch hoffen…

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St. Ingbert – Sieben Steinkünstler erschaffen einen neuen Stiefel!

Von |2021-08-20T12:13:44+02:00August 20th, 2021|

Sieben Steinkünstler erschaffen einen neuen Stiefel

Schon von Weitem hört man das Hämmern, das sogar irgendwie melodisch klingt. Im hinteren Bereich der Stadtgärtnerei haben die sieben Steinkünstler ihre Freiluftwerkstatt eingerichtet. Unter insgesamt vier Pavillons werden sie in den nächsten Monaten immer wieder arbeiten, um aus drei unterschiedlich großen Steinblöcken einen „kleinen Stiefel“ herauszuarbeiten.

„Es ist nicht unser Ansinnen, den echten Stiefel haargenau zu kopieren. Wir orientieren uns natürlich an der Form, wollen aber ganz bewusst an unserer künstlerischen Freiheit festhalten und einen neuen Stiefel schaffen“, erklärt Egon Irmscher, der vielen St. Ingbertern seit Jahren als Bildhauer und Steinkünstler bekannt ist. Mit ihm und Josef Matuschek sind sogar zwei ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung in dem 7-köpfigen Team um die Bildhauermeisterin Heike M. Spohn aus Ensheim. „Sie ist ganz klar unsere Chefin, denn sie steht uns als Meisterin ihres Fachs mit Rat und Tat zur Seite“, erzählt der 81-jährige Egon Irmscher mit einem Lächeln. Ebenfalls mit von der Partie sind Erich Morlo, Prof. Horst Algeld, Udo Wamprecht und als zweite Frau im Bunde Maria Blendowski.

Bei den Felsklötzen handelt es sich um Rothbacher Sandsteinrohlinge aus den Vogesen. Dessen hoher Quarzgehalt (70 %) bürgt für einzigartige Qualität, gewährt Frostbeständigkeit und wird deshalb auch gerne für Restaurierung renommierter Bauten verwendet. Alle drei Steine zusammen bringen ein Gewicht von drei Tonnen auf die Waage. „Wenn wir unsere Arbeit beendet haben, sind sie um viele Kilo leichter, denn einiges an Material wird von uns abgehauen“, erklärt Prof. Altgeld.

Der kleine Stiefel wird in drei Teilen geschaffen

Der neue Stiefel wird ungefähr ein Drittel der Größe des Originals auf dem Stiefeler Berg messen. Und noch einen großen Unterschied gibt es: Während der Stiefeler Fels über Jahrmillionen durch natürliche Erosion entstanden ist, wird sein kleineres Pendant von Menschenhand geschaffen.

An drei unterschiedlich großen Steinblöcken arbeiten die Steinmetze, die die Freude am kreativen Arbeiten verbindet. Wenn jedes Teil für sich fertig behauen ist, werden diese mit Kernbohrungen und Stahlstäben miteinander verbunden. Geplant ist, dass das Kunstwerk nach seiner Fertigstellung auf einem nachempfundenen Felsplateau und einem extra betonierten Fundament auf dem Kreisel am Ortsausgang Richtung Sengscheid aufgestellt wird. Sogar eine Statik war notwendig, die von dem St. Ingberter Frank Lenhart erstellt wurde. Auch die Berechnungen für das Beton-Fundament werden von ihm geliefert. Das ganze Projekt ist kein leichtes Unterfangen, weiß Ortsvorsteherin Irene Kaiser zu berichten: „Wir hatten die Idee, einen Sponsorenaufruf zu starten. Der lief anfangs etwas schleppend, nahm aber dann mit ein paar größeren Spendenbeträgen richtig Fahrt auf. Zum Glück! Nachdem wir nun viele Hürden genommen haben, kann das Projekt endlich realisiert werden.“ Ihr Dank gilt auch Konrad Weisgerber, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins St. Ingbert, der ihr bei den Planungen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Interessierte Bildhauer fanden sich relativ schnell bei der Sommerakademie der Biosphären-VHS St. Ingbert. Und dass die Arbeit allen Beteiligten richtig Spaß macht, war an der lockeren Stimmung untereinander deutlich zu spüren. Nicht nur Irene Kaiser, die auch für das leibliche Wohl der Künstler sorgt, war vor Ort in der Gärtnerei, sondern auch der Beigeordnete Markus Schmitt: „Kunst ist auch in der heutigen Zeit immer etwas Wertvolles, das wir schätzen sollten. Kunstwerke im öffentlichen Raum kann jeder bewundern und wenn sie dann sogar noch von lokalen Künstlern aus der Biosphärenregion geschaffen werden, ist das das Beste, was unserer Stadt passieren kann. Ich freue mich jetzt schon auf ein bestimmt einzigartiges Steinensemble.“

Voll Elan griff er zu Hammer und Meißel, nachdem er spontan von der Bildhauermeisterin Heike M. Spohn aufgefordert worden war, einmal selbst Hand anzulegen. „Es sieht so leicht aus, wenn man zuschaut. Es ist es aber alles andere als eine leichte Arbeit. Ihr habt´ meinen größten Respekt!“, so die anerkennenden Worte des Beigeordneten für Umwelt und Biosphäre der Stadt St. Ingbert.

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Bildhauermeisterin Heike M. Spohn und Prof. Horst Altgeld arbeiten am „Stiefelabsatz“.
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v.l.n.r.: Beigeordneter Markus Schmitt, Ortsvorsteherin Irene Kaiser, Udo Wamprecht, Heike M. Spohn, Prof. Horst Altgeld, Erich Morlo und Egon Irmscher.    

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