Saarland – Zum Schutz der Aale: 16.000 Jungaale für die Saar!

Von |2021-06-22T14:05:25+02:00Juni 17th, 2021|

Zusammenarbeit zum Schutz der Aale: Umweltministerium unterstützt Einsetzen von 16.000 Jungaalen in die Saar

Gute Nachrichten für den Aal: Auch in Zukunft können wieder junge Aale in der Saar leben und groß werden. Vertreter des Fischereiverbandes Saar und der Saarpächter haben heute (17.6.) rund 16.000 Jungaale (Farmaale) in die Saar eingesetzt.

Der Aalbesatz in der Saar findet seit 15 Jahren statt und wird zu 75 Prozent aus Mitteln des Landes bzw. der Betreiberin der Saarwasserkraftwerke (RWE) und zu 25 Prozent von den Pachtvereinen an der Saar finanziert. Insgesamt stehen jährlich 10.000 Euro zur Verfügung, um den Bestand dieser in der Saar heimischen Fischart zu stützen.

Der Schirmherr der Maßnahme, Umweltminister Reinhold Jost, unterstreicht die Bedeutung des jährlichen Aalbesatzes für den Schutz dieser europaweit bedrohten Fischart: „Der Aalbesatz gehört zur Aalschutzinitiative Saar, die wir gemeinsam mit RWE und dem Fischereiverband Saar seit vielen Jahren umsetzen. Damit leisten wir unseren Beitrag zur europäischen Aalschutzinitiative.“

Neben dem Aalbesatz ist ein weiteres Aalschutzprojekt das jährliche Abfangen von erwachsenen Aalen (Blankaale) mittels Reusen in der Saar. Diese werden dann nach Linz am Rhein unterhalb des letzten Kraftwerks transportiert. Von hier aus können sie ungehindert von Turbinen ihren langen Weg zu den Laichgebieten im Atlantik antreten.

Der Vorsitzende der Vereinigten Angelfreunde Saarlouis-Ensdorf, Bernd Hoen, der zugleich auch Vizepräsident des Fischereiverbandes Saar ist, erläuterte, „dass die Erfahrungen aus eineinhalb Jahrzehnten Aalbesatz gezeigt haben, dass die Saar optimal für die Aufzucht der Aale geeignet ist“.

Die rund 163 Kilogramm Farmaale hat das Forellengut Rosengarten aus Trassem geliefert. Die Tiere stammen aus einer Zuchtanlage im Emsland. Bernd Hoen bedankte sich bei den anderen Saarpächtern  (ASV Saarbrücken, AG Völklingen, VAF Saarlouis-Ensdorf, ASV Beckingen, PG Untere Saar, ASV Mettlach, ASV Saarhölzbach) für die hervorragende Zusammenarbeit zum Wohle dieser Fischart. Die fischereiliche Nutzung steht dabei nicht im Vordergrund, weil das Anliegen der Saarpächter der Schutz der Art ist und nicht ihre unbedingte Nutzung.

Inzwischen besteht auch eine Kooperation beim Aalschutz mit dem Pächter der französischen Saar in Großblittersdorf.

Hintergrund:

Der Europäische Aal gehört zu den besonders gefährdeten Tierarten. Nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) ist er vom Aussterben bedroht. Für den aktuellen Bestandsrückgang gibt es verschiedene Ursachen, wie die Änderung des Golfstroms und die übermäßige Abfischung der Jungaale vor den europäischen Küsten sowie im Binnenland oder die tödliche Gefahr auf dem Weg zur Nordsee durch die Turbinen von Wasserkraftwerken.

Der Aal ist Teil der natürlichen Lebensgemeinschaft der Saar. Hier wächst er heran, wird fortpflanzungsfähig und tritt seine aktive Wanderung in Richtung Nordsee und weiter in die Sargassosee an. Hier laichen die Tiere ab. Die geschlüpften Larven wandern dann über Strömungen an die europäischen Küsten. Ein Teil davon gelangt anschließend über natürliche Wanderung ins Binnenland oder wird an den Küsten, insbesondere an den Flussmündungen der französischen Atlantikküste und dem englischen Fluss Severn, abgefangen und in geeignete Aufwuchsareale im Binnenland gebracht.

REGIO.news Saarland Aale

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Merzig – Maßnahmen für Umwelt und Klima geplant!

Von |2021-05-19T14:47:15+02:00April 21st, 2021|

Merzig möchte im Bereich Klima- und Naturschutz zukünftig noch aktiver werden

Die künftige Entwicklung in Merzig soll sich noch stärker an Umwelt-Aspekten ausrichten.

„Dies ist ein wichtiges Thema, das uns alle betrifft, und dem wir uns auch als Stadt mit Nachdruck widmen müssen“, sagen Marcus Hoffeld, Bürgermeister der Kreisstadt Merzig und Christian Bies, der ab 01.05.2021 Hauptamtlicher Beigeordneter der Kreisstadt Merzig sein wird. Beide haben in den letzten Wochen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung Vorschläge erarbeitet, die sie den Mitgliedern des Merziger Stadtrates vorstellen wollen.

300 Bäume für die Kreisstadt

„Im Zusammenspiel mit dem Merziger Stadtrat und den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir verschiedene Maßnahmen umsetzen, unter anderem soll ein Programm aufgelegt werden, um 300 Bäume in den Siedlungsflächen der Kreisstadt zu pflanzen. Das Programm soll dauerhaft fortgeführt werden“, erklärt Hoffeld. Bei den Bäumen soll es sich verstärkt um Sorten handeln, die den hohen Ansprüchen in Siedlungslagen gerecht werden und gleichzeitig auch einen Beitrag zur Biodiversität liefern. Wo es möglich ist, sollen aber auch Apfelbäume gepflanzt werden, die unverwechselbar zur Stadt gehören und Früchte tragen, von den die Bürgerinnen und Bürger letztlich profitieren können. „Auch weitere Blühflächen werden wir anlegen, damit sich Insekten die für eine Sicherung der Artenvielfalt bedeutsam sind, hier wohlfühlen können.“

Auch bei der Verpachtung von städtischen Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung möchte die Stadt neue Wege gehen. „Die Böden vertragen keine Monokultur, es ist wichtig, dass es sowohl einen Fruchtwechsel bei der Bewirtschaftung, als auch Ruhephasen gibt, so dass sich die Böden wieder regenerieren können“, sagt Christian Bies. „Die Böden müssen wieder ihre Funktion zurück erhalten als Lebensraum für Fauna und Flora, aber auch um größere Regenmengen bei Starkregenereignissen besser aufnehmen zu können.“ Daher ist es Ziel der Kreisstadt Merzig bei bestehenden oder auch beim Abschluss von zukünftigen Pachtverträgen noch mehr auf den Naturschutz zu achten.

Mehr Umwelt- und Klimaaspekte bei Neubauprojekten

Auch bei zukünftigen Bauvorhaben haben sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung einiges einfallen lassen: Sie werden dem Stadtrat vorschlagen, dass bei zukünftigen Neubaugebieten noch mehr auf Umwelt- und Klimaaspekte geachtet wird. So könnten in den Bebauungsplänen Vorgaben gemacht werden, um zum Beispiel sogenannte Steingärten zu verbieten, damit sich auch in den privaten Gärten und Vorgärten Insekten wohlfühlen können. „Eine Vorgabe kann es auch sein, dass nur in Niedrigenergiebauweise gebaut werden darf und dass Dächer begrünt werden. Ziel muss sein, den Flächenverbrauch bei Bauvorhaben auf oder am Gebäude auszugleichen. Neben einer Dachbegrünung kann dies auch mittels Fassadenbegrünung erfolgen“, erklärt Christian Bies. „Wir werden dem Stadtrat auch den Vorschlag machen, dass unter Umständen städtische Grundstücke, die besonders ökologisch und nachhaltig bebaut werden, günstiger verkauft werden sollten.“

Darüber hinaus möchte sich die Stadtverwaltung verstärkt um die eigenen städtischen Gebäude kümmern: Hier sollen in Abstimmung mit den Stadtwerken auf möglichst allen Gebäuden PV-Anlagen entstehen.

Die Reduzierung von Plastikmüll

Ein weiteres Themengebiet ist Marcus Hoffeld und Christian Bies ebenfalls wichtig: Die Reduzierung von Plastikmüll. „Wir wollen mit dem Stadtrat besprechen, wie wir Plastikmüll weiter reduzieren können“, erklärt der Bürgermeister. Unter anderem soll vorschlagen werden, dass bei Veranstaltungen nach Möglichkeit nur noch mit Mehrweggeschirr gearbeitet werden soll.
Außerdem möchte die Verwaltung auf die Restaurantbetriebe, insbesondere auf die Fast Food-Ketten zugehen, und einen Vorschlag unterbreiten, wie die Menge an Plastikmüll stark reduziert werden kann. „Damit wäre der Umwelt gedient und die wild entsorgte Menge an Müll würde spürbar abnehmen.

An den Themenfeldern „Verbesserung der Radwegekonzeption“ und „Streuobstwiesen-Konzeption“ arbeitet die Stadtverwaltung bereits

Die interessierten Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich im Laufe der nächsten Wochen an den Konzeptionen, die anschließend Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen, aktiv zu beteiligen.

Weitere Themenfelder im Bereich nachhaltiger Natur- und Umweltschutz sind laut Marcus Hoffeld und Christian Bies in Arbeit, da die Stadt Stück für Stück mehr auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzen will. Gerade als Kreisstadt im Grünen Kreis wollen wir hier vorangehen und ein wichtiges Zeichen setzen.

REGIO.news - Kreisstadt Merzig

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