Saarlouis – Aktion gegen Lebensmittelverschwendung!

Von |2022-05-17T12:37:33+02:00Mai 17th, 2022|

Nadine Niewel
 

Aktion gegen Verschwendung: Saarlouiser Schüler kochen mit geretteten Lebensmitteln

Schülerinnen und Schüler des Saarlouiser Stadtgartengymnasiums (SGS), Staatssekretär Sebastian Thul und der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer haben unter der Anleitung von Küchenmeister Jonas Schwed den Kochlöffel geschwungen. Die Besonderheit – gekocht wurde nur mit so genannten „geretteten“ Lebensmitteln.

Unsere Lebensmittel sind wertvoll, in ihnen stecken Ressourcen und viel Arbeit. Doch jedes Jahr landen ca. 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die Gründe: Sie entsprechen nicht den Anforderungen, sind zu klein, zu krumm oder das Mindesthaltbarkeitsdatum ist zu nah oder knapp vorbei. Auch wenn die Ware in Ordnung und genießbar ist, landet sie dennoch im Müll.

Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen und zu zeigen, wie man die Verschwendung reduzieren kann, hat Fabienne Ebertz im vergangenen Jahr den „Rettermarkt Rettich“ in Saarlouis eröffnet. In ihrem Geschäft bietet sie gerettete Lebensmittel zum kleinen Preis an. Zu Beginn des Aktionstages gegen Lebensmittelverschwendung, den das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem SGS und dem Landkreis organisiert hat, gab Fabienne Ebertz den Teilnehmerinnen und Teilnehmen in ihrem Laden einen kleinen Überblick, welche Artikel in ihrem Laden zu finden sind: Backwaren vom Vortag, Obst, Gemüse, Getränke, aber auch Pflanzen zweiter Wahl.

Sie erklärte den jungen Leuten: „Es ist bewiesen, dass sich Lebensmittel weitaus länger halten, als es das gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatum vorgibt.“ Um festzustellen, ob Lebensmittel noch genießbar sind, gab die Jungunternehmerin folgende Tipps: „Vertraue auf deine Sinne! Schau dir das Produkt genau an, rieche daran, fass es an, probiere es im Zweifelsfall. Riecht es komisch, fühlt es sich schmierig an, zeigt es Verfärbungen oder schmeckt es anders als gewohnt: Weg damit! Falls nicht, dann kannst du es in der Regel noch essen.“

Nach dem Einkauf im Retterladen wurde die Küche am SGS gestürmt. Ab hier übernahm Küchenmeister Jonas Schwed vom Partyservice Schwed – Natürliche Kochkunst GmbH das Zepter und teilte die Teilnehmerinnen und Teilnehme in verschiedene Arbeitsgruppen ein. Staatssekretär Thul und Landrat Lauer durften ihre Fähigkeiten beim Kartoffelschälen unter Beweis stellen und gehörten somit zum Team „Dibbelabbes“. Die weiteren Teams beschäftigen sich mit der Zubereitung von Salatvariationen, einer großen Schüssel Obstsalat und Arme-Ritter-Aufläufen.

Es wurde viel geschnippelt, gerührt, probiert und es wurden viele Fragen gestellt. Der Spaß kam beim gemeinsamen Kochen natürlich auch nicht zu kurz.  Staatssekretär Thul und Landrat Lauer waren begeistert von dem Interesse der Schülerinnen und Schüler am Thema Lebensmittelverschwendung. „Selber Kochen ist gelebter Umweltschutz auf dem Teller und so können wir auch einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung leisten. Wir können selber entscheiden, welche Produkte wir für die Verarbeitung wählen, welche Zutaten wir in unseren Mahlzeiten haben möchten und viel Geld wir bereit sind für gesunde Ernährung auszugeben. Es ist wichtig für alle Generationen, den Zusammenhang zwischen Klima und Essen sowie den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln zu verstehen. Denn nicht nur in der Erzeugung von Lebensmitteln, sondern auch in deren Entsorgung stecken viel Arbeit und Energie“, so Landrat Patrik Lauer.

REGIO.news - Museum Haus Saargau

St. Ingbert – 1. Saarländische foodsharing-Stadt!

Von |2021-05-25T12:29:48+02:00Mai 25th, 2021|

St. Ingbert wird 1. Saarländische foodsharing-Stadt

 Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft entstehen im Jahr etwa 12 Mio. Tonnen Lebensmittelabfälle in Deutschland. Ein guter Grund also, ein Zeichen zu setzen und sich gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen!

foodsharing entstand 2012 in Berlin. Mittlerweile ist sie zu einer internationalen Bewegung mit über 200.000 registrierten Nutzerninnen und Nutzern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern herangewachsen. Den foodsharing-Bezirk St. Ingbert gibt es nunmehr seit drei Jahren. So retten mittlerweile 200 ehrenamtliche foodsaver in 26 kooperierenden Betrieben noch genießbare Lebensmittel. Die Mitglieder der foodsharing-Community arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Initiative ist und bleibt kostenlos, nicht kommerziell, unabhängig und werbefrei.

Wie funktioniert foodsharing? Privatleute, Vereine, Institutionen und Unternehmen lassen sich registrieren. Wenn sie Lebensmittel – aus welchem Grund auch immer – übrighaben, kontaktieren sie die St. Ingberter „Lebensmittelretter“. Selbstverständlich haben „Die Tafel“ und der „Treff im Gässje“ immer erste Priorität und sind in die Verteilung involviert. Erst danach werden die Esswaren im privaten Umfeld der ehrenamtlichen Mitarbeiter verteilt. Das Ziel ist, dass noch genießbare Lebensmittel am Ende verzehrt werden und nicht in der Tonne landen.

In der Videothek tape-o-mania am Parkplatz Poststraße stehen ein Kühlschrank und ein Schrank, in die Lebensmittel hineingegeben oder herausgenommen werden können. „Unser Ziel ist es langfristig, uns als Lebensmittelretter abzuschaffen. Das gelingt nur, wenn irgendwann keine Nahrungsmittel mehr im Müll landen“, erzählt die engagierte St. Ingberterin Bianca Thobae, die von Anfang an zu der St. Ingberter Community gehört.

Weltweit gibt es erst acht foodsharing-Städte!

Der Stadtrat hat parteiübergreifend und einstimmig beschlossen, diese Initiative zu unterstützen, indem er den Oberbürgermeister bevollmächtigt hat, die Motivationserklärung „foodsharing-Städte“ zu unterzeichnen. Damit ist der Weg geebnet, St. Ingbert als 1. Saarländische Kommune zur „foodsharing-Stadt“ zu machen. Die St. Ingberter foodsharing-Botschafterinnen Bianca Thobae, Nora-Moirin Löffler, Daniela Schaffart und Botschafter Thomas Debrand sind zurecht sehr stolz, dass St. Ingbert zu den ersten acht Kommunen weltweit gehört, die sich foodsharing-Stadt nennen dürfen.

Neuester Kooperationspartner: Bäckerei König

Neuester Kooperationspartner der Initiative ist die Bäckerei König. In einer Erklärung erkennen beide Partner die außerordentliche Bedeutung von Lebensmitteln für die Gesellschaft an. Weiterhin setzen sie sich das gemeinsame Ziel, eine höhere Wertschätzung von Lebensmitteln und die Reduktion von Lebensmittelverschwendung zu forcieren. Damit soll das Leben in St. Ingbert umweltfreundlicher gestaltet werden und die Stadt möchte so zur weltweiten Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele beitragen. Langfristig plant foodsharing St. Ingbert auch Kooperationen mit der vhs, Kitas und Schulen, um das Thema im Bewusstsein aller fest zu verankern.

Back tot he roots

Dabei liegt Bianca Thobae ein Thema besonders am Herzen: „Auch wenn z. B. Obst nicht mehr einwandfrei aussieht, kann man immer noch Marmelade daraus kochen oder eine leckere Bananenmilch herstellen. Die Tradition, Lebensmittel einzukochen, ist leider etwas verlorengegangen. Dabei ist der Arbeitsaufwand meist gering und man freut sich zu einem späteren Zeitpunkt über die leckere Marmelade.“

Mitstreiter gesucht

Die Organisation der foodsharing-Community und deren Aktivitäten laufen in erster Linie über die Online-Plattform foodsharing.de. Wer sich als Lebensmittelspender oder -retter beteiligen möchte – wenn gewünscht auch anonym – kann sich gerne mit Bianca Thobae in Verbindung setzen: Mail: b.thobae@foodsharing.network oder Tel: +49 172 599 4182. Die Foodsaver freuen sich über jedes neue Mitglied!

Bildunterschrift: v. l. n. r.: Der Beigeordnete Markus Schmitt, Bäckermeister Michael König, die beiden foodsharing-Botschafter Thomas Debrand und Bianca Thobae sowie Geschäftsbereichsleiterin Marika Flierl unterstützen St. Ingbert als 1. Saarländische foodsharing-Stadt.

REGIO.news - St. Ingbert Foodshering

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Saarland – „Gelbes Band“ für Obstpflücker

Von |2021-05-17T11:29:35+02:00Mai 4th, 2021|

Startschuss für Ernteprojekt „Gelbes Band“

Rehlingen-Siersburg. Ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für die Wertschätzung von heimischem Obst: Pünktlich zum internationalen Tag der Streuobstwiese startet das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz die Ernteaktion „Gelbes Band“.

Von Bäumen darf ohne Rücksprache mit dem Besitzer für den Eigenbedarf Obst geerntet werden. Streuobst pflücken ist nur bei den Bäumen, die mit einem gelben Band markiert sind, nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht.

Vielerorts im Saarland ist die Landschaft geprägt von Streuobstwiesen. Oft sind sie verwahrlost. Das Obst wird nicht gepflückt und verrottet einfach.

Deswegen hat das saarländische Umweltministerium zusammen mit dem Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz das Ernteprojekt „Gelbes Band“ gestartet. Wenn ein Baum ein gelbes Band trägt, darf man von ihm so viel Obst für den eigenen Bedarf ernten, wie man möchte. Der Besitzer muss nicht um Erlaubnis gefragt werden.

Lebensmittel retten

Ziel ist es laut Umweltministerium, die vielen ungenutzten Obstbäume für die Bevölkerung freizugeben, damit das Obst auch gegessen wird. Außerdem solle heimisches Streuobst so wieder mehr wertgeschätzt werden.

Wer eine Streuobstwiese besitzt und mitmachen will, kann im Rathaus der betreffenden Kommune einen Teilnahmebogen ausfüllen. Dann bekommen die Teilnehmenden die gelben Bänder und ein Plakat mit den Verhaltensregeln.

Wer Streuobst retten möchte, darf alles pflücken, was in Reichweite hängt. Nicht erlaubt ist, auf die Bäume zu klettern. Außerdem dürfen keine Äste abgeschnitten oder abgebrochen werden.

Streuobst Gelbes Band
Minister Reinhold Jost mit dem Beigeordneten von Rehlingen-Siersburg, Joshua Pawlak, und Roger Marti, Geschäftsführer des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. (von links).

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