Saarland – UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes!

Von |2022-03-21T14:56:17+01:00März 21st, 2022|

 
REGIO.news - Eilweiler

UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes: Ministerium für Bildung und Kultur stellt Ergebnisse der Expert:innen-Kommission vor

Die UNESCO-Generalkonferenz hat das Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes (IKE) im Jahr 2003 verabschiedet. Deutschland, als einer von mittlerweile 180 Vertragsstaaten, ist dem Übereinkommen 2013 beigetreten. Das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) setzt das Übereinkommen nun im Saarland mit einem eigenen Landesverzeichnis um.

Ziel ist, das Bewusstsein für die Vielfalt des lebendigen immateriellen Kulturerbes zu fördern und stärker in der Bevölkerung zu verankern. Heute wurden die von einer vom MBK eingesetzten Expert:innen-Kommission ausgewählten immateriellen Kulturgüter vorgestellt, die in das saarländische Landesverzeichnis aufgenommen werden.

Kulturministerin Christine Streichert-Clivot: „Wir setzen das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes im Saarland um, weil wir das Bewusstsein für die kulturelle Vielfalt und den kulturellen Reichtum unseres Landes anerkennen und das Bewusstsein dafür stärker in der Bevölkerung verankern wollen. Die Einreichungen in diesem ersten Auswahlverfahren machen deutlich, wie groß die Vielfalt unseres Immateriellen Kulturerbes im Saarland ist. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Entscheidung der Kommission und ich bin sehr froh, über die öffentlich sichtbare Anerkennung, die den ausgewählten Kulturgütern mit der Aufnahme in unser saarländisches Landesverzeichnis zuteilwird. Allen, die dazu beigetragen haben, bin ich sehr dankbar.“

Inhaltlich müssen die Einreichungen für die Liste die Kriterien erfüllen, die das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes von 2003 festlegt. Dazu gehören unter anderem eine nachweisbare Lebendigkeit sowie die kreative Weitergabe und Weiterentwicklung der Kulturform durch die Trägergemeinschaften.

Die siebenköpfige unabhängige Expert:innen-Kommission hat die Bewerbungen für die Aufnahme in das saarländische IKE-Landesverzeichnis in den letzten Wochen gesichtet und inhaltlich geprüft. In dem Gremium arbeiteten Vertreter:innen der folgenden Institutionen:

  • Kommission für Saarländische Landesgeschichte e.V., Dr. Christel Bernard
  • Koordinierungsstelle für Historisch orientierte Kulturwissenschaften der Universität des Saarlandes, Dr. Ines Heisig
  • Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass, Prof. Dr. Sikander Singh
  • Verband Saarländischer Amateurtheater, Bettina Mick
  • Historischer Verein für die Saargegend e.V., Frank Becker
  • Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine des Saarlandes e.V., Bernd Mathieu
  • Handwerkskammer des Saarlandes, Bernd Reis

Die Expert:innen-Kommission hat entschieden, dass folgende immateriellen Kulturgüter in das neue IKE-Landesverzeichnis aufgenommen werden sollen:

  • Die Gehöferschaft Wadrill – traditionelle Waldgenossenschaft (Bewerbung der Geschichtswerkstatt Wadrilltal e.V.),
  • das Nikolauspostamt – Weihnachtspostfiliale St. Nikolaus (Bewerbung des Festausschusses St. Nikolaus e.V.),
  • das Steigerlied (Bewerbung des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten und Knappenvereine des Saarlandes e.V.),
  • das Festival PERSPECTIVES – deutsch-französisches, grenzüberschreitendes Festival der Bühnenkunst (Bewerbung der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit),
  • die Arbeitskammer des Saarlandes (Bewerbung der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., Regionalgruppe Saarland),
  • der Viez (Bewerbung der Stadt Merzig, Viezstraße e.V., Verband der Gartenbauvereine Rheinland-Pfalz/ Saarland e.V.) und
  • das Mundarttheater / Mundartliches Volkstheater im Kontext des deutschsprachigen Amateurtheaters (Bewerbung des Bundes Deutscher Amateurtheater e.V.)

Merzig – Viez als immaterielles Kulturerbe: Unterstützung durch Bürgerinnen und Bürger gefragt!

Von |2021-05-19T14:47:00+02:00April 21st, 2021|

Immaterielles Kulturerbe Viez

Die Kreisstadt Merzig unterstützt den Antrag der Trierer Viezbruderschaft, die in Zusammenarbeit mit dem Land Rheinland-Pfalz den Viez in das bundesweite Verzeichnis zum Immateriellen Kulturerbe nach der UNESCO-Konvention aufnehmen möchte.

Zur Aufnahme des Viezes in das Verzeichnis der UNESCO sind jedoch möglichst viele Unterstützerinnen und Unterstützer notwendig, die sich für die Bewahrung und den Schutz des Kulturgutes Viez einsetzen. Daher können sich auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger für den Antrag stark machen, indem sie die Unterstützungserklärung der Trierer Viezbruderschaft unterschreiben, die auf der Seite www.merzig.de zu finden ist. Die ausgefüllte Erklärung ist per E-Mail bis zum 25.04.21 an k.ludwig@merzig.de zu senden. Mit der Unterschrift der Erklärung entsteht lediglich eine rechtlich unverbindliche Patenschaft für das Kulturgut Viez ohne direkte Verpflichtungen oder Kosten für die Unterzeichnenden.

Eine weitere Möglichkeit, um den Antrag zu unterstützen, bietet die Teilnahme an einer Online-Petition zum Antrag. Diese kann unter Angabe des Namens und der E-Mail-Adresse direkt auf der zugehörigen Internetseite unterschrieben werden. Der Link zur Petition ist auf www.merzig.de abrufbar.

Wer sich lieber schriftlich für den Viez als immaterielles Kulturerbe einsetzen will, kann sich in der Stadthalle oder der Tourist-Info der Kreisstadt Merzig in Unterschriftenlisten eintragen und auf diese Weise seine Unterstützung zum Ausdruck bringen.

Bürgermeister Marcus Hoffeld erklärt: „Viez ist ein für unsere Region sehr prägendes Kulturgut, das es verdient hat, auch als offizielles immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt zu werden. Ich freue mich, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sich für den Antrag einsetzen, indem sie die Erklärung oder die Petition unterschreiben und weiterverbreiten. So können wir uns alle gemeinsam für unsere Kultur stark machen und zum Erfolg des Vorhabens beitragen.“

Die Kreisstadt Merzig hatte sich bereits in den vergangenen Wochen mit dem Vorhaben der Viezbruderschaft solidarisiert, indem Bürgermeister Hoffeld ein Schreiben an die saarländische Kultusministerin, Christine Streichert-Clivot, gerichtet hatte. Darin bat Hoffeld die Ministerin um ihre Unterstützung sowie eine positive Begleitung des Vorhabens, damit auch das Saarland und die Vielzahl der saarländischen Betriebe einen Nutzen aus einer möglichen Anerkennung ziehen können.

In einem Brief und in einem Webmeeting mit dem Vorstand der Viezbruderschaft hatte der Rathauschef bereits die Unterstützung der Kreisstadt Merzig zugesichert und sie zur Teilnahme am nächsten Merziger Viezfest eingeladen. Zudem sollte in den kommenden Jahren eine verstärkte Zusammenarbeit angestrebt werden.

REGIO.news - Viez

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