Landeshauptstadt startet neue Initiative zur Stärkung der mentalen Gesundheit

Von |2021-04-20T12:58:09+02:00April 16th, 2021|

Landeshauptstadt startet neue Initiative zur Stärkung der mentalen Gesundheit mit dem Titel „MentalHealthCity – Gemeinsam durch und stärker aus der Krise“

Oberbürgermeister Uwe Conradt hat am Freitag, 16. April, in einer Online-Pressekonferenz die MentalHealthCity-Initiative „Gemeinsam durch und stärker aus der Krise!“ vorgestellt. Die Landeshauptstadt freut sich, dass Ministerpräsident Tobias Hans sich bereit erklärt hat, die Schirmherrschaft für die Initiative zu übernehmen. Er war ebenso zur Pressekonferenz anwesend wie der Geschäftsführer und Ärztliche Direktor des Klinikums Saarbrücken auf dem Winterberg, Dr. Christian Braun, der den Krisenstab Regionalverband in Gesundheitsfragen berät.

Oberbürgermeister Uwe Conradt: „Jeder einzelne ist der Pandemie, der aktuellen Krisensituation, ausgesetzt. An diesem Zustand können wir vorerst nichts ändern. Was wir in der Hand haben, ist, wie wir mit der Krise umgehen, wie wir uns verhalten.

Unsere MentalHealthCity-Initiative fördert die mentale Gesundheit der Menschen in unserer Stadt und unserer Verwaltung auf vielfältige Weise. Wir arbeiten dabei mit lokalen Initiativen zusammen und aktivieren bürgerschaftliches Engagement. Unser Ziel ist auch die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts – gerade in dieser Phase der Pandemie.‟

Ministerpräsident und Schirmherr Tobias Hans: „Die zunehmende mentale Belastung der Gesellschaft muss aufgefangen werden. Ich begrüße die Initiative des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Saarbrücken, mit der MentalHealthCity-Initiative ein Programm zur Stärkung der mentalen Gesundheit zu starten. In einer Phase der gesellschaftlichen Unsicherheit ist dies ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung des Systems. Saarbrücken kann mit dieser Initiative im deutschsprachigen Raum eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Verstärkter Einsatz für mentale Gesundheit in der Pandemie

Dr. Christian Braun ergänzt: „Angst, Sorgen und Stress sind normale Reaktionen auf Bedrohungen. Zu der Angst, sich bei einer Pandemie wie COVID-19 mit dem Virus zu infizieren, kommen die erheblichen Veränderungen in unserem täglichen Leben hinzu. Angesichts zunehmender Belastungen insbesondere in der veränderten Arbeitswelt durch Homeoffice, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, angesichts von Homeschooling und des mangelnden physischen Kontakts mit anderen Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen ist es wichtig, dass wir uns verstärkt sowohl um unsere physische als auch um unsere mentale Gesundheit kümmern.

Auch wenn die Menschen spüren, dass mit dem Impfstoff ein Ende der Pandemie in Sicht ist, sind angesichts der neuen Bedrohung, beispielsweise durch Mutationen und steigender Inzidenzen, wieder restriktivere Maßnahmen in Kraft getreten. Die andauernde Diskussion um die Wirksamkeit, Verfügbarkeit und mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe erzeugt permanent Unsicherheit. Dies führt zu Zermürbung, Verwirrung, Corona-Müdigkeit und Spannungen.“

Angebote für die gesamte Bevölkerung: www.saarbruecken.de/mentalhealth

Der Oberbürgermeister hat vor diesem Hintergrund mit seinem Rathaus-Team eine Initiative zur Stärkung der mentalen Gesundheit gestartet. Die Stärkung der mentalen Gesundheit als eine Schlüsselaufgabe zur Bewältigung der Krise ist ihr Kernziel. Das heute gestartete Webangebot www.saarbruecken.de/mentalhealth informiert über die Initiative.

Das Angebot gliedert sich in drei Säulen, die sich direkt an die Bevölkerung richten, und eine weitere Säule mit Angeboten für die Beschäftigten der Verwaltung, die seit einem Jahr im Krisenmodus arbeiten.

Die erste Säule setzt auf Informationen zur Selbsthilfe. Bürgerinnen und Bürger erhalten aktuelle Informationen zu verschiedenen Themenfeldern, hierzu zählen unter anderem Angebote der Seelsorge oder Anlaufstellen für Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.

Des Weiteren bietet die Landeshauptstadt in einer zweiten Säule Interessierten die Weiterleitung auf lokale angeleitete Angebote zur Stärkung der mentalen Gesundheit an: vom Coaching über Kreativworkshops bis hin zur Meditation. Wer sich kreativ betätigen will, findet unter anderem Trommel-Workshops, Schreibkurse und Kurse zum Nähen – die auch von der Stadt angeboten werden. Die Initiative umfasst auch Angebote für die sportliche Aktivitäten, zum Beispiel Nordic Walking oder Tai-Chi-Kurse für Kinder, sowie Vorträge und Workshops zur Entspannung, beispielsweise einen Vortrag zu Entspannungstechniken. Vergleichbare Angebote gibt es auch für Beschäftigte in der Verwaltung, zum Beispiel in Form von Online-Sportprogrammen oder Coachings zu Themen wie Resilienz oder Selbstfürsorge.

Plattform „Zeit schenken“ für gegenseitige Unterstützung im Alltag

Bürgerinnen und Bürger können sich auf vielfältige Weise in der jetzigen Lage unterstützen. Ob Einkäufe, mit dem Hund Gassi gehen oder andere Hilfen – mit dem Teilprojekt „Zeit schenken‟ können Bürgerinnen und Bürger ehrenamtliche Hilfsangebote eintragen oder auch Hilfsgesuche aufgeben. Auch die Zeit für ein Gespräch mit Menschen, die vielleicht in einer ähnlichen Lage sind, ist Teil des Projektes.

Das Angebot basiert auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO empfiehlt, auf lokaler Ebene zivilgesellschaftliche Gruppen einzubinden, um kreative Ansätze zu finden, sich gegenseitig zu motivieren und zu helfen. Es geht dabei auch darum, bestehende Angebote sichtbar zu machen und Netzwerke zu schaffen.

Einladung zum Mitmachen

Conradt:„Wir sind offen für weitere Ideen und Vorschläge. Die Woche des Glücks hat wieder mal gezeigt, welches Potential die Bürgerinnen und Bürger einbringen können. Sie ist eine Inspiration, weitere Aktivitäten folgen zu lassen. Alle Menschen und Initiativen sind eingeladen, sich zu beteiligen.“

In der dritten Säule ist das noch in der Entwicklung befindliche Restart-Programm für die Landeshauptstadt verankert. In 13 wichtigen Themenfeldern der Stadtpolitik von Sicherheit und Gesundheit über Arbeit, Digitalisierung, Wohnen, Klima und Nachhaltigkeit, bis hin zu Bürgerbeteiligung stecken hunderte von kleinen und größeren Maßnahmen zur Entwicklung der Stadt. Diese sollen anregen, über die Zukunft der Stadt nachzudenken und sich einzubringen.

Abgerundet werden soll das Angebot durch einen Videopodcast mit Menschen aus der Stadtgesellschaft und darüber hinaus, die berichten, was Ihnen hilft, um mit der Situation umzugehen.

Weitere Informationen
Das Programm ist in Teilen bereits in der Umsetzung, in anderen wird es gerade gestartet, andere Teile laden die Bevölkerung zum Mitentwickeln ein. Jeder kann mitmachen. Alle Informationen dazu sind im Internet zu finden unter www.saarbruecken.de/mentalhealth.

REGIO.news - SB Initiative Gesundheit