Neunkirchen – Stadt Neunkirchen feierte am 1. April 100. Geburtstag!

Von |2022-04-05T21:53:23+02:00April 5th, 2022|

01.04.2022 Quelle: Pressemitteilung Neunkirchen/ Fotos: Carina Heller & Thomas Seeber
 
 
 
 

Stadt Neunkirchen feierte am 1. April den 100. Geburtstag

Am 1. April 1922 wurden Neunkirchen nach jahrzehntelangem, zähem Ringen die Stadtrechte verliehen. Bis dahin war Neunkirchen eines der größten Dörfer Preußens – wahrscheinlich sogar das größte.

„Der 1. April ist ein guter Tag: ein guter Tag für Neunkirchen und ein guter Tag für die Demokratie. Der Tag steht in der Geschichte unserer Stadt dafür, dass sich die kommunale Politik als eigene Sphäre neben der Wirtschaft etabliert hat. Es ist der Tag der Freiheit des Politischen in Neunkirchen! Demokratie, Selbstverwaltung und politische Freiheit: Das sind nicht nur Worthülsen. Das ist ein Grund zum Feiern!“, sagte Oberbürgermeister Jörg Aumann.

Neunkirchen feiert seinen Geburtstag mit vielen kleinen Aktionen. Aufgrund der hohen Coronazahlen und der unwägbaren Entwicklung, aber auch vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, wird dieses Jubiläum am 1. April in der Gebläsehalle nicht mit einem Kommers im großen Stil gefeiert, sondern nur mit einem angemessenen Festakt. Hierzu wurden rund 200 Gäste hauptsächlich aus Politik und Verwaltung sowie aus den Partnerstädten eingeladen. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Jörg Aumann, würdigten Ministerpräsident Tobias Hans, Landrat Sören Meng und der Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages Hermann Josef Schmidt die zweitgrößte Stadt des Saarlandes. Neben einem Kurzvortrag des Stadtarchivars Christian Reuther über die über fünf Jahrzehnte dauernden, zähen Verhandlungen zur Verleihung der Stadtrechte hinweg, erzählten die Oberbürgermeister Jörg Aumann, Jürgen Fried und Friedrich Decker in einer gemeinsamen Talkrunde über ihre jeweilige Amtszeit. Das Rahmenprogramm spiegelte das breite Spektrum der Musicalstadt Neunkirchen mit Kristin Backes, dem Neunkircher Musical Projekt und einem Vorgeschmack auf das neue Kindermusical des Neunkircher Kutscherhauses wider.

Bürgerbeteiligung: Viele Aktionen über das Jahr verteilt

Um jedoch auch die breite Bevölkerung am Jubiläum teilhaben zu lassen, werden Aktionen für die unterschiedlichen Zielgruppen über das ganze Jahr verteilt.

Es ist seit vielen Jahren eine schöne Tradition, den Stadtgeburtstag mit allen Neunkircher Grundschülerinnen und Grundschülern zu feiern. Hierzu werden an allen Schulen Brezeln verteilt. Im Jubiläumsjahr gibt es neben dem Zoogutschein eine Brotdose als besonderes Geschenk. Auch in diesem Jahr erhalten die Drittklässler das Kinderstadtbuch, das nicht nur im Unterricht benutzt, sondern auch in den Besitz der Kinder übergeht.

Die Öffentlichkeitsarbeit hat in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv eine Ausstellung mit 100 historischen Bildern erstellt. Diese wird zunächst im Rathaus zu sehen sein, aber auch Schulen und Seniorenheime können die zehn Rollups ausleihen, um die 100jährige Stadtgeschichte Revue passieren zu lassen.

Auch die Stadtbibliothek präsentiert historische Bücher rund um unsere Stadt – eine Fundgrube für alle, die heimathistorisch interessiert sind.

In den Neunkircher Einzelhandelsgeschäften werden historische Postkarten verschenkt. Ebenso steht der Neunkircher Frühling ganz im Zeichen des Stadtjubiläums. Am Stand der Stadt werden das eigens für das Jubiläum von Bach’s Braumanufaktur gebraute Jubiläumsbier „Bach’s Spezial“ sowie passende Jubiläums-Biergläser verkauft.

Der Neunkircher Verkehrsverein veranstaltet am 9. Juli auf den Bliesterrassen im Rahmens des Jubiläums ein „Sommernachtskonzert“. Außerdem wird der City Musiksommmer ganz im Zeichen des Stadtgeburtstags stehen.

Für Kinder werden sowohl das Jugendbüro als auch die Stadtbibliothek im Sommer eigene Aktionen starten.

Zur Geschichte der Stadtwerdung

Ausgangs des 19. Jahrhunderts führte Karl Ferdinand Stumm das Neunkircher Eisenwerk mit harter Hand zur Blüte. Stumm war technischen Neuerungen stets zugewandt und wusste sie in seinem Werk einzusetzen, so dass das Werk binnen kurzer Zeit seine Produktion steigerte und immer mehr Menschen Lohn und Brot brachte. In gleichem Maß gewannen auch die Gruben an Bedeutung, da der Bedarf an Kohle stetig stieg.

Entsprechend entwickelte sich die Bevölkerungszahl: Konnten 1864, dem Jahr als erste Gedanken an eine Stadtwerdung aufkamen, rund 5.500 Einwohner gezählt werden, so waren es Ende 1875 mit 11.200 schon doppelt so viele Einwohner. Erste Bestrebungen zur Stadtwerdung kamen aus dem Bildungsbürgertum, das neben der Einwohnerzahl auch mit der strategischen Bedeutung u.a. durch den Eisenbahnknoten argumentierte. Karl Ferdinand Stumm zählte zu den Gegnern, da er durch erhöhte Ausgaben für die Infrastruktur und die öffentliche Ordnung mit einem Anstieg der Gewerbesteuer rechnete. Das Projekt wurde dementsprechend vertagt.

Erst nachdem der Hüttenbaron Karl Ferdinand von Stumm-Halberg verstorben war, wurden Stimmen aus der Bürgerschaft laut, die Stadtrechte für die mittlerweile auf mehr als 28.000 Einwohner gewachsene Gemeinde forderte. Auch das Erscheinungsbild des Ortes hatte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark verändert. Es gab nun ein kommunales Wasser-, ein Elektrizitäts-, ein Gaswerk, einen Schlachthof, ein Amtsgericht, eine Gemeindesparkasse, Krankenhäuser, Schulen sowie eine Straßenbahn – kurzum Neunkirchen hatte bereits einen urbanen Charakter angenommen.

Der Gemeinderat zählte mittlerweile 70 Mitglieder, zu Hälfte „geborene Mitglieder“, die aufgrund ihrer hohen Steuerzahlungen im Gemeinderat Mitbestimmungsrecht hatten. Mitte 1910 konnte mit knapper Mehrheit ein Antrag an den preußischen Innenminister bezüglich Stadtrechte für Neunkirchen auf den Weg gebracht werden, das nun bereits 34.500 Einwohner zählte. Das Landratsamt Ottweiler wurde mit der Prüfung betraut. Dieses hatte jedoch Bedenken, dass Neunkirchen auch aus dem Kreis Ottweiler ausscheiden werde und damit 40 Prozent der Bevölkerung und der Leistungsfähigkeit des Kreises wegbrechen würden. Auch der Bergfiskus und die Gebrüder Stumm GmbH nahmen eher ablehnende Positionen ein, so dass letztlich der Antrag scheiterte.

Bedingt durch den Ersten Weltkrieg ruhte das Verfahren weitere Jahre.

Erst 1919, mit der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages, nahm die Angelegenheit wieder Fahrt auf, da die französische Besatzung eine Verwaltungsreform mit Neueinteilung der Kreise anstrebte. Die Gemeinden Spiesen und Elversberg, die bislang zur Bürgermeisterei Neunkirchen gehörten, beanspruchten für sich die Selbstständigkeit. Hingegen wurde beschlossen Neunkirchen, Niederneunkirchen, Kohlhof und Wellesweiler zu vereinigen und bei der Regierung des Saargebietes die Stadtrechte zu beantragen. Die Bevölkerung konnte für das Vorhaben gewonnen werden. Eisenwerk und Bergverwaltung hatten ihre Bedenken mittlerweile abgelegt. So konnten schließlich am 18. Dezember 1921 der Bürgermeister, die Beigeordneten und die Gemeindevorsteher, den gemeinsamen Vertrag zur Stadtwerdung unterzeichnen. Nach der feierlichen Bestätigung durch den Präsidenten der Regierungskommission Victor Rault am 23. Dezember 1921 trat der Vertrag schlussendlich am 1. April 1922 in Kraft.

vlnr. Leiterin Grundschule Wellesweiler Petra Pfeifer, Bürgermeisterin Lisa Hensler, Oberbürgermeister Jörg Aumann, Beigeordneter Thomas Hans, Gerd Simon (Leiter des Amtes für Bildung und Sport) und Ortsvorsteher Dieter Steinmaier.
vlnr. Markus Groß (Vorstandsvorsitzender Sparkasse), Jörg Welter (Vorstandsmitglied Sparkasse), Pascal Koch (NVG Geschäftsführer), Oberbürgermeister a.D. Jürgen Fried, Bürgermeisterin Lisa Hensler, Beigeordneter Thomas Hans, Oberbürgermeister Jörg Aumann, Oberbürgermeister a.D. Friedrich Decker, Moderator Eberhard Schilling.
 

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Am 1.1. feiert das Saarland sein 65-jähriges Bestehen als Bundesland

Am 01. Januar 2022 jährt sich der Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland. Die Landesregierung würdigt das Jubiläum unter dem Motto „65 Jahre Saarland“.

Die Rückgliederung des Saarlandes als zehntes Bundesland im Jahre 1957 – Berlin besaß seinerzeit keinen Bundeslandstatus – war in mehrfacher Hinsicht richtungsweisend: Zum einen obsiegte in diesem Prozess die Kraft der Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich über alle Widerstände hinweg. Zum anderen wies diese sogenannte „kleine Wiedervereinigung“ den Weg für die große Wiedervereinigung im Osten. Denn Artikel 23 des Grundgesetzes, über den 1990 die ostdeutschen Länder beitraten, fand zum ersten Mal Anwendung bei der „kleinen Wiedervereinigung“.

„Das Saarland ist reich an Geschichte und reich an Zukunft: Das erste, die Geschichte, wollen wir wach und in Erinnerung halten. Das zweite, die Zukunft, wollen wir gut und nachhaltig gestalten. „65 Jahre Saarland“ steht daher nicht für ein einzelnes Datum, sondern vielmehr für einen Zeitraum; einen Prozess der steten Anpassung und Modernisierung des Landes und der Saarländerinnen und Saarländer. Denn es gibt keine Region in Europa, die sich so oft wandeln, in kurzer Zeit so häufige und so heftige Brüche durchleben musste. Und immer haben wir es geschafft. Heute sind wir eine moderne Industrieregion mit einer hoch exzellenten Forschungslandschaft, mit innovativen Unternehmen, mit weltoffenen Menschen und einem klaren Kurs in Richtung Zukunft“, so Ministerpräsident Tobias Hans.

Um das Landesjubiläum zu würdigen, realisiert die Landesregierung mehrere Informationsangebote, die aufgrund der aktuellen Pandemieentwicklung jedoch kleiner als geplant und zum Teil an anderen Orten stattfinden müssen. Ziel ist es, die Saarländerinnen und Saarländer neugierig auf die Geschichte ihres Landes zu machen und innovative Angebote zur vertieften Beschäftigung anzubieten.

Hier die Übersicht der Maßnahmen:

Publikation „65 Jahre Saarland. Comics zum Jubiläum“

Vermittlung von Geschichte bedient sich zahlreicher Medien: dem Buch, dem Film, dem Museum, der Ausstellung, der mündlichen Überlieferung. Aber Saargeschichte in Form eines Comics ist eher außergewöhnlich.

In sechs Episoden zeichnen etablierte wie aufstrebende Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Stilrichtungen Ereignisse und Alltagssituationen der Landesgeschichte ihrer Wahl. Vom „Tag X“ als Stichtag der wirtschaftlichen Angliederung an die Bundesrepublik über die besondere Mentalität der Saarländer als Volk der Selbermacher bis zu den erfolgreichen Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken.

Die Publikation ist im Geistkirch Verlag erschienen und kann als gedrucktes Buch sowie als eBook ab Januar über den Buchhandel erworben werden.

Historische Info-Wand mit Geldscheinautomaten

Ein weiteres Element ist eine 15 qm große Info-Wand zur saarländischen Geschichte mit einem integrierten Souvenirgeldscheinautomaten.

Die Wand zeigt die Entwicklung unseres Landes in den letzten 65 Jahren an exemplarischen Ereignissen und ist von Januar bis März im Historischen Museum Saarbrücken zugänglich. Dort erhalten Besucherinnen und Besucher beim Eintritt einen sog. Token, mit dem sie sich an dem Automaten einen Saarschein mit individueller Stückzahlnummer ziehen können.

Die Währung – von Reichsmark über Franken bis D-Mark und Euro – war bei uns an der Saar immer auch ein Zeichen der Zugehörigkeit. Daher wurde zum Jubiläum ein symbolischer Saarschein entwickelt: Auf der Vorderseite mit der Saarschleife als die präsenteste Landmarke. Und auf der Rückseite ist der Saarpolygon zentral – als Klammer von Tradition und Moderne. Ihn umrahmen signifikante Bauwerke der Geschichte (Ringwall, Abtei St. Peter, Völklinger Hütte, CISPA).

Themenwebsite www.65jahre.saarland

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