Saarland – Neue Förderprogramme zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien!

Von |2021-07-01T14:48:55+02:00Juli 1st, 2021|

28.06.2021 Quelle: Pressemitteilung Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Neue Förderprogramme des Familien- und Jungendministeriums zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien im Saarland

Insgesamt werden für diese Maßnahmen rund 840.000 Euro zur Verfügung gestellt. Zur Förderung von Kindern und Jugendlichen sollen darüber hinaus verstärkt Freiwilligendienstleistende im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) eingesetzt werden. Hierfür stehen dem Familienministerium weitere 630.000 Euro zur Verfügung.

„Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien haben unter der Corona Pandemie in den letzten anderthalb Jahren auf viel Gewohntes verzichten müssen, deshalb gilt es, unser Augenmerk ganz besonders auf sie zu richten“, sagt Familienministerin Monika Bachmann. „Wir erweitern daher die Förderungen für die außerschulische Jugendbildung, die Jugendarbeit, die internationale Jugendarbeit, die Kinder- und Jugenderholung sowie die der Ferien- und Wochenendfreizeiten und Jugendbegegnungen mit drei Sonderprogrammen „Jugend schafft Räume“, „Jugend in Aktion“ und „Jugend wird gesehen.“

Insgesamt werden für diese Maßnahmen rund 840.000 Euro zur Verfügung gestellt. Zur Förderung von Kindern und Jugendlichen sollen darüber hinaus verstärkt Freiwilligendienstleistende im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) eingesetzt werden. Hierfür stehen dem Familienministerium weitere 630.000 Euro zur Verfügung.

Daneben wird auch der Bereich der Frühen Hilfen ausgebaut, um gezielt werdende Familien und Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in belasteten Lebenssituationen zu entlasten und zu unterstützen. Hierfür werden durch die Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen vom 1. Juli 2021 bis 31. Dezember 2022 zusätzlich 640.000 Euro aus der Bundesstiftung Frühe Hilfen zur zusätzlichen Förderung eingesetzt.

Die Sonderförderungen haben folgende fünf Schwerpunkte:

I. „Jugend schafft Räume“

Gefördert werden landesweit Maßnahmen und Projekte mit dem Ziel, Jugendtreffs zu schaffen, zu erweitern oder zu renovieren mit jeweils bis zu 3.000 Euro.

II. „Jugend in Aktion“

Im Rahmen der Maßnahmenförderung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie werden die Fördersätze für Bildungsmaßnahmen, für außerunterrichtliche Bildungsmaßnahmen, für Mitarbeiterschulungen befristet bis zum 31.12.2022 aufgestockt, so dass die Maßnahmenträger Planungssicherheit haben bzw. auch auf Teilnehmerbeiträge ganz oder teilweise verzichtet werden kann.

III. „Jugend wird gesehen“

Den anerkannten Trägern der Jugendarbeit nach § 75 SGB VIII wird für Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit ein Festbetrag zur Verfügung gestellt, damit die Träger ihre Maßnahmen und ihre Tätigkeiten entsprechend bewerben können.

IV. „Angebote für Kinder und Jugendliche mit FSJ unterstützen“

Zur Förderung von Kindern und Jugendlichen sollen verstärkt Freiwilligendienstleistende im FSJ eingesetzt werden. Damit soll gezielt das Fachpersonal gerade in den Bereichen, die von den Corona bedingten Schließungen besonders betroffen waren, ergänzt und unterstützt werden. Dies betrifft insbesondere

  • die Schulsozialarbeit sowie weitere zusätzliche integrative und additive Fördermaßnahmen an Schulen,
  • die Angebote zur Kindertagesbetreuung sowie weitere zusätzliche integrative und additive Fördermaßnahmen in Kindertageseinrichtungen sowie
  • die Angebote der offenen Jugendarbeit.

In diesen Bereichen wird zwei Jahre lang der Einsatz von FSJ-Teilnehmerinnen und –Teilnehmern mit Zuschüssen in Höhe von 3.000 Euro pro Jahr gefördert. Zusätzlich werden besondere finanzielle Anreize für die Besetzung von FSJ-Stellen mit benachteiligten jungen Menschen geschaffen, um gerade auch dieser Zielgruppe bessere Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung durch ein FSJ zu eröffnen. In diesen Fällen können die Zuschüsse auf bis zu 7.000 Euro p.a. erhöht werden.

Auch die FSJ-Träger können für die pädagogische Begleitung benachteiligter junger Menschen zusätzliche Förderleistungen erhalten.

Mit dem Förderprogramm will das Familienministerium in den nächsten beiden Jahren bis zu 200 FSJ-Stellen im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gezielt finanziell unterstützen.

V. „Corona-Aufholprogramm Frühe Hilfen im Saarland“

Werdende Familien und Familien mit Säuglingen und Kleinkindern schauen auf eine lange Zeit mit teils einschneidenden Einschränkungen während der Corona-Pandemie zurück. Besonders betroffen waren und sind Familien, die sich bereits vor der Pandemie in belasteten Lebenssituationen befunden haben. Auch zuvor unbelastete Familien gerieten durch die Pandemie teilweise in Belastungssituationen. Sie alle benötigen zeitnah gezielte weitere Unterstützung.

Das Familienministerium wird hierzu in den bereits vorhandenen Strukturen der Frühen Hilfen gezielt und kurzfristig Angebote schaffen, die schnell bei den Familien ankommen und sie entlasten. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit den Kreiskoordinierungsstellen und weiteren Netzwerkpartnern der Frühen Hilfen. Unter anderem sollen damit die Lotsendienste Frühe Hilfen an den Geburtskliniken verstärkt werden.

Die Ministerin appelliert an alle Verbände, Vereine und Träger sowie deren ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter die Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Die Fördermodalitäten werden derzeit erarbeitet und auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht werden.

Auskunft erteilt das Landesjugendamt im Ministerium unter E-Mail: landesjugendamt@soziales.saarland.de

sowie des Referat C 4 – „Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen“ für die Bereiche des FSJ und der Frühen Hilfen unter E-Mail:

Ref_C4@soziales.saarland.de und fruehehilfen@soziales.saarland.de

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30.06.2021 Quelle: Pressemitteilung Stadt Neunkirchen/ Foto: Kreisstadt Neunkirchen
REGIO.news Steppin-Out-©Rich-Serra

Papa kümmert sich ums Geschäft

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, stellt viele Paare vor große Herausforderungen. Doch immer noch sind es meist die Mütter, die sich um den Nachwuchs kümmern. Mit einer Werbekampagne wirbt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Annette Pirrong für eine gerechtere Arbeitsteilung bei Erziehung und Pflege. „Papa kümmert sich ums Geschäft“, so der provokante Spruch, der in Verbindung mit einer vollen Windel nun mehr als Buswerbung durch die Region fährt.

Dreiviertel aller jungen Männer wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und sich partnerschaftlich an der Familienarbeit beteiligen. Diesen Wünschen stehen jedoch noch immer tradierte Rollenbilder und entsprechende Unternehmenskulturen oder auch -strukturen im Weg. Immer mehr Väter wollen selbstver­ständlich Elternzeit nehmen – auch über die schon häufig üblichen zwei Monate hinaus, trauen sich aber nicht, weil sie negative Folgen für ihre Karriere und gesellschaftliche Vorurteile fürchten. Das hat oft zur Folge, dass nach der Geburt des ersten Kindes meist die Frauen die Familie versorgen und sich um Kinder und ihre älteren Angehörigen kümmern. Berufstätigkeit ist dann meistens nur in Teilzeit oder im Minijob möglich, was sich negativ auf ihre Rente auswirkt. So lange die Paare zusammen bleiben kann diese traditionelle Arbeitsteilung gut funktionieren. Aber wenn der oder die Hauptverdienende ausfällt, wegen Krankheit oder Scheidung zum Beispiel, wird es eng. Dann bleibt die Sorge- und Erwerbsarbeit Frauen häufig komplett überlassen und sie finden den beruflichen Anschluss nur noch schwer. Es ist wichtig, dass beide Elternteile ihre eigene Einkommenssituation im Auge behalten und bestenfalls finanziell unabhängig bleiben.

„Die Stadtverwaltung Neunkirchen wirbt auch mit dem Label ‚Familiengerechte Kommune‘ – daher ist es uns ein Anliegen, dass sich Paare für Kinder entscheiden und die Erziehung auf den Schultern beider Elternteile getragen wird. Ich selbst habe gemeinsam mit meiner Frau, die im Schichtdienst arbeitet, drei Kinder großgezogen. Das ging nur arbeitsteilig und weil ich im öffentlichen Dienst auch das nötige Verständnis meiner Vorgesetzten hatte. Ich habe Windeln gewechselt, gekocht oder auch Fahrdienste übernommen. Elternzeit gab es damals aber leider noch nicht, doch letztlich hat uns dieses ‚Family Jobsharing‘ als Familie noch enger zusammengeschweißt“, so Oberbürgermeister Jörg Aumann beim Pressetermin zur Vorstellung der Busaktion.

Die Stadt unterstützt solche väterfreundlichen, flexiblen Lösungen.

Daniel Krauß, ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der sich für eine geteilte Elternzeit entschieden hat, begründet dies so: „Meine Lebensgefährtin und ich waren uns schnell einig, dass wir uns beide umfangreich in die Erziehung unseres Kindes einbringen wollten. Gleichzeitig wollten wir aber auch weiterhin unseren beruflichen Tätigkeiten nachgehen.
Wir haben deswegen beide für eineinhalb Jahre Elternzeit genommen, während der wir abwechselnd entweder gar nicht oder nur in Teilzeit gearbeitet haben.
Ich empfand die dadurch gewonnene Zeit mit meinem Kind und als Familie als unheimlich wertvoll und würde mich jederzeit wieder für dieses Modell entscheiden.”

Wenn Väter von ihrem Arbeitgeber in ihrer neuen Rolle wahr- und ernstgenommen werden, dann gelingt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser und für die Mütter wird ein schneller Wiedereinstieg in den Beruf möglich. Für alle Beteiligten ein Gewinn. Denn häufig verpassen Männer, die sich weniger um ihre Kinder kümmern (können), wichtige Glücksmomente, die die Entwicklung des Kindes mit sich bringen. „Das Recht, emotionale Bindung zum Kind aufzubauen, sollten beide Elternteile haben – das wäre nur fair!“ sagt die Gleichstellungsbeauftragte Annette Pirrong. “Nicht nur das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden der Mütter wird gestärkt, die ihre Erwerbsbiographie weiterverfolgen können, auch die Vater-Kind-Bindung wird gefestigt und durch das väterliche Wirken im Haushalt und in der Betreuung werden Geschlechterstereotype vermieden.

Um diesen Wandel zu mehr Partnerschaftlichkeit zu fördern, haben Studierende der Universität Greifswald (Caspar-David-Friedrich-Instituts CDFI) und die Medien- und Informatikschule der Wirtschaftsakademie Nord eine Ausstellung entworfen. Die Kommunalen Frauenbeauftragten Saarland haben aus dieser Ausstellung Motive ausgewählt, mit denen sie verschiedene Aktionen durchführen.

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