St. Ingbert – Das Stadtarchiv – reiche Fundgrube der Geschichte!

Von |2022-02-04T13:09:39+01:00Februar 4th, 2022|

02.02.2022 Quelle: Pressemitterilung Stadt St. Ingbert/ Foto: Giusi Faragone
 
 
 
REGIO.news St. Ingberg
Das Team vom St. Ingberter Stadtarchiv: v.l.n.r. Peter Klaus, Dr. Heidemarie Ertle, Leiterin Stadtarchiv, und Patrick Bohrer.

Das Stadtarchiv – reiche Fundgrube der Geschichte von St. Ingbert

Im Keller des St. Ingberter Rathauses liegt ein großer Schatz, der kaum wahrgenommen wird: das Stadtarchiv. Dr. Heidemarie Ertle, die Archiv-Leiterin, zwei weitere feste Mitarbeiter und zeitweise auch studentische oder wissenschaftliche Hilfskräfte hüten hier das Gedächtnis der Mittelstadt. Verstaubte Papiere? Dunkle Regalfluchten? Langweilige Arbeit? – Weit gefehlt! Die promovierte Historikerin ist begeistert von ihrem Job: „Die Arbeit ist extrem spannend. Schließlich sortieren und bewahren wir die Nachlässe von Menschen, ihre Dokumente, Fotos oder auch Beschlüsse – also die gesamte Geschichte unserer Stadt.“

Das Tagesgeschäft: Auswertung von Presse und Registratur sowie Beratung

Aufgaben hat das kommunale Archiv wahrlich mehr als genug. So gilt es z. B. täglich, die Tageszeitung auf Artikel auszuwerten, die St. Ingbert betreffen, diese mit Schlagworten zu versehen und auffindbar zu speichern. Außerdem werden alle Akten und Notizen, die in der Stadtverwaltung generiert werden, gesichtet, und relevante Dokumente werden aufbewahrt. Damit fällt dem Archiv die Aufgabe zu, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und damit Geschichte zu schreiben. „Außerdem ist das Archiv offen für alle Bürger. Wir freuen uns, Interessierten bei der Suche nach Dokumenten zu helfen. Damit unterstützen wir nicht nur private Forschungsvorhaben, sondern auch wissenschaftliches Arbeiten. Das Archiv soll ein lebendiger Ort sein, an dem die Bürger nach Antworten auf viele ihrer Fragen suchen können“, erklärt Heidemarie Ertle.

Dokumente in Findbüchern katalogisieren

Die eigene Forschungsarbeit wird durch Drittmittel unterstützt. So war das Archiv St. Ingbert das erste kommunale Stadtarchiv im Saarland, das eine Förderung durch die KEK (Koordinierungsstelle für die Erhaltung schriftlichen Kulturguts, Berlin) beantragt und auch erhalten hat. Die Fördermittel wurden nach dem Brand des Kölner Stadtarchivs zur Verfügung gestellt, um schriftliche Dokumente zu sortieren und in schwerentflammbaren und wasserabweisenden Spezialkartons zu lagern. Zudem werden die so entstehenden Bestände in sogenannten „Findbüchern“ dokumentiert. Hierbei handelt es sich um ein Art Katalog, in dem die einzelnen Dokumente eines Bestands verschlagwortet und mit Signaturen versehen werden. In den Findbüchern kann man u. a. viele weiterführende Informationen entdecken (www. https://www.st-ingbert.de/kultur/stadtarchiv/findbuecher.html).

  1. Wirtschaftsarchiv– Hier finden sich Dokumente ansässiger Firmen. Privatunternehmen sind nur während ihrer Geschäftstätigkeit verpflichtet, Unterlagen aufzuheben. Nach einer Geschäftsaufgabe werden diese häufig vernichtet. Das Stadtarchiv bietet an, für die Stadtgeschichte wichtige Unternehmensnachlässe zu übernehmen, da es sich meist um wertvolle Informationen handelt. In St. Ingbert gibt es z. B. den Bestand der ehemaligen Brauerei Becker.
  2. Altes Archiv– In diesem Teil des Archivs werden alle Dokumente aus der Zeit vor 1974 gesammelt. So finden sich in den Regalreihen unter anderem alle Ausgaben des St. Ingberter Stadtanzeiger ab 1867, Dokumente aus den einzelnen St. Ingberter Stadtteilen, eine große Menge an Nachweisen aus der NS-Zeit, die zum Teil noch nie ausgewertet wurden, Unterlagen zum Waldstreit aus den Jahren 1754 bis 1791, einige Unterlagen aus dem späten Mittelalter und viele weitere Schätze.
  3. Privatnachlässe– In diesen Beständen werden Unterlagen aus den Nachlässen von Privatpersonen gesammelt. Die teils noch lebenden Personen oder auch die Erben bestimmen selbst, ob und wenn ja, wann die Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen. Das St. Ingberter Stadtarchiv beherbergt neben zahlreichen anderen die Nachlässe des Heimatforschers Dr. Wolfgang Krämer und des Heimatdichters Karl Uhl, die ebenfalls in Findbüchern katalogisiert sind.
  4. Standesamtsregister– Personenstandsdokumente dürfen aus Datenschutzgründen erst 110 Jahre nach der Geburt oder 30 Jahre nach dem Tod einer Person veröffentlicht werden. Im Archiv findet sich unter anderem ein Standesamtsregister aus dem Jahr 1808. Ein wirkliches Goldstück, da vorher die Personenstände nur in Kirchenbüchern festgehalten wurden. Erst Napoleon Bonaparte führte das Standesamtsregister ein, weshalb das Dokument in den Regalen des St. Ingberter Archivs auch in französischer Sprache abgefasst ist. Der Ahnenforschung sind mit solchen Dokumenten fast keine Grenzen gesetzt.
  5. Ein großer Aktenschrank mit breiten Schubladen birgt alte Karten und Pläne, die in St. Ingbert derzeit noch nicht sortiert und verzeichnet wurden.

Digitalisierung der Fotos von Erich Isenhuth

Hinzu kommt ein Fotoarchiv von derzeit über 250.000 Fotos, das in Kürze erweitert werden wird. Denn das St. Ingberter Stadtarchiv arbeitet noch an einem weiteren Projekt, das vom Bund unter dem Programmnamen „Neustart Kultur“ mit knapp 30.000 Euro gefördert wurde. Im Rahmen dieses Projekts werden derzeit etwa 100.000 Negative des St. Ingberter Fotografen Erich Isenhuth (1923 – 2010) digitalisiert, die in den 60er, 70er und 80er Jahren aufgenommen wurden. Die Negative werden etwa Ende Mai als digitale Positive bereitstehen und können zum Beispiel ausgestellt oder zu privaten oder wissenschaftlichen Recherchen verwendet werden. Eine echte Schatztruhe St. Ingberter Zeitgeschichte.

Publikationen und Analysen zur Stadtgeschichte

Neben der Archivierungsarbeit kommt dem Stadtarchiv auch die Recherche und Auswertung alter Unterlagen zu. So hat Frau Dr. Ertle in Zusammenarbeit mit dem Conte-Verlag die Reihe „Ingobertina“ gegründet, in der bereits die Bücher „Gestern war ein schwerer Tag für uns hier in St. Ingbert. Das Kriegstagebuch der Ruth Schier“ (2020) und „St. Ingberter Stadtgeschichten“ (2021) veröffentlicht wurden. „Das St. Ingberter Stadtarchiv leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir unsere Vergangenheit bewahren. Nur so können wir die Zukunft gestalten“, bestätigt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer.

Homburg – Hochmoderner Scanner für das Stadtarchiv!

Von |2022-01-05T19:18:24+01:00Dezember 23rd, 2021|

Moderner Scanner für das Stadtarchiv

120.000 Seiten der „Homburger Zeitung“ sollen digitalisiert werden

Das Homburger Stadtarchiv verfügt seit Neuestem über einen hochmodernen Scanner, mit dem auch historisch wertvolle Dokumente digital erfasst werden können. Dieses Vorgehen sichert nicht nur dauerhaft das kulturelle Erbe der Stadt, es macht dieses auch zugänglich, ohne die historischen Bestände zu belasten. Bürgermeister Michael Forster und der Beigeordnete für Kultur, Raimund Konrad, informierten sich in diesen Tagen im Archiv und ließen sich das neue High-Tech-Gerät zeigen.

Im Rahmen von „Neustart Kultur“ und dem Programm WissensWandel, „Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive“, hatte das Stadtarchiv im Juli dieses Jahres eine Bewilligung für den im November vergangenen Jahres eingereichten Förderantrag, der beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gestellt worden war, erhalten.

Beantragt worden waren die Anschaffung eines Archivscanners, zwei PC-Plätze und Personalkosten zur Digitalisierung der „Homburger Zeitung“ von 1899 bis 1942. Die Gesamtkosten des Projektes wurden mit 65.000 Euro berechnet, der Eigenanteil bei den zugesagten Fördermittel beträgt zehn Prozent, so dass die Stadt nun 58.360 Euro als Höchstbetrag erhalten kann und selbst Mittel in Höhe von 6.640 Euro aufbringen muss.

In der Stadtratssitzung Anfang September wurde der Rat über diesen erfolgreichen Fördermittelantrag unterrichtet und fasste dieser den Beschluss, den Eigenanteil bereit zu stellen.

Nun ist der Archivaufsichtscanners im Format A1 da, und Bürgermeister Forster und der Beigeordnete Konrad nahmen sich die Zeit, sich das weitere Vorgehen von Michael Emser, Karina Kloos, Petra Simon und Frank Wimmer erläutern zu lassen. Die Mitarbeiterin und Mitarbeiter im Stadtarchiv waren bei der Vorstellung sichtlich stolz auf diese hochmoderne Möglichkeit der Digitalisierung historischer Quellen.

Beim Einsatz des neuen Geräts kommt der „Homburger Zeitung“ eine besondere Bedeutung zu. Zunächst sollen schwerpunktmäßig die fragilen und porösen Ausgaben der rund 40 Jahrgänge von 1899 bis 1942 für die Nachwelt gesichert werden. Diese Jahrgänge umfassen ca. 300 Ausgaben pro Jahr mit insgesamt etwa 120.000 Seiten in Fraktur-Schrift. Diese Ausgaben gehören zu den wenigen Dokumente und Zeugnissen, die vom kriegszerstörten Homburg noch erhalten sind.

Einig waren sich die Beteiligten bei der Vorführung des Scanners, dass die rund 120.000 Seiten nicht nur digital erfasst werden sollen, sondern durch die Anschaffung einer entsprechenden Software auch in durchsuchbare und editierbare Dokumente umgewandelt werden, so dass in den Dateien recherchiert werden kann. Diesen Schritt hält Bürgermeister Forster für besonders wichtig, damit interessierte Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler sowie auch wissenschaftlich Arbeitende mit den Datensätzen entsprechend umgehen können.

Regio.news - Homburg
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