Landkreis Saarlouis – „Rettungsanker“ aus dem Landkreis Saarlouis!

Von |2022-03-11T14:32:46+01:00März 11th, 2022|


 

Amtshilfe machte es möglich: Verwaltungsmitarbeiterinnen halfen Flutopfern im Ahrtal

Wertvolle Unterstützung für die Opfer der furchtbaren Flutkatastrophe im Ahrtal gab es auch vom Landkreis Saarlouis, und zwar im Rahmen von Amtshilfe. Zwei Mitarbeiterinnen der Verwaltung halfen den Menschen in der Region auf dem langen Weg in ein wenig mehr Normalität.

Die Flutkatastrophe, die unter anderem im Ahrtal eine Schneise der Zerstörung gezogen hat, liegt schon eine ganze Weile zurück. Für die, die nicht vor Ort sind, mag es stiller um das Thema geworden sein. Die aber, die dort leben, kämpfen weiter gegen die Folgen des Unglücks, das sich Mitte Juli 2021 ereignete. Jeden Tag aufs Neue. Menschen sind dort durch die Wassermassen gestorben. Das Erlebte hat tiefe Narben hinterlassen, gerade bei den Jüngsten.

Dazu kam die großflächige Zerstörung der Infrastruktur, der Weg zurück ist mühsam. „Wir wollen unsere schöne Heimat wiederaufbauen. Aber das geht nicht ohne die Hilfe von außen“, sagt Ulla Dismon von der Verbandsgemeinde Altenahr, dort zuständig für Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit. Sie berichtet, dass in dieser Verbandsgemeinde, in der 11 000 Menschen leben, durch die Flut mehr als die Hälfte aller Gebäude beschädigt oder gar zerstört wurden. Deswegen freue man sich auch dort so über Menschen, die bereitwillig mitanpacken oder angepackt haben, mit Muskelkraft oder auf andere Art und Weise. Und sei ihnen „zutiefst dankbar“ für ihre Solidarität, ihre Hilfe, ihr Engagement.

Zu denjenigen, denen der große Dank gilt, weil sie halfen, die erste schwerste Zeit mit zu überwinden, gehören auch zwei Beschäftigte der Landkreisverwaltung Saarlouis. Amtshilfe machte ihren Einsatz vor Ort möglich.

Landrat Patrik Lauer hatte nach der Katastrophe Kontakt mit dem Ortsbürgermeister der Gemeinde Ahrbrück (Verbandsgemeinde Altenahr) im Landkreis Ahrweiler aufgenommen und in seiner Verwaltung nach zwei bis drei Freiwilligen gefragt, die zeitweise im Rahmen einer Abordnung im Krisengebiet unterstützen könnten. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meldeten sich. Eine war eine Woche vor Ort. Die andere, Patricia Ann Kriebs aus Dillingen, blieb sogar insgesamt 14 Wochen dort, bis Anfang Januar. Beide waren schwerpunktmäßig in der Jugendpflege im Einsatz.

Ein Engagement, das der Saarlouiser Landrat außerordentlich zu schätzen weiß: „Die Unwetter haben furchtbare Folgen für die Menschen im Ahrtal gehabt. Viele sind obdachlos geworden, beklagen große Verluste, kämpfen um ihre Existenz. Und gerade die Kinder litten besonders unter den Folgen. Deswegen freut es mich außerordentlich, dass der Landkreis Saarlouis in Person dieser zwei Mitarbeiterinnen helfen konnte, die Situation vor Ort ein kleines bisschen zu verbessern – und den Kindern, die Schlimmes erlebt haben, wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“

Riesige Anhänger und Traktoren voll Schutt, zerstörte Straßen und wie Spielzeug verbogene Schienengleise und Brückengeländer: Diese und viele andere Eindrücke, die die beiden Frauen vor Ort bekamen, brannten sich in ihr Gedächtnis.  „Dass das betroffene Gebiet so groß ist, und das unfassbar gewaltige Ausmaß der Zerstörung“, das war das, was die 38-jährige Patricia Ann Kriebs so fassungslos machte, als sie im Ahrtal ankam. Zu den visuellen Eindrücken kamen die Erzählungen der vielen Menschen, die nachts im Dunkeln auf Hausdächern ausgeharrt hatten, in Todesangst, um sie herum anwachsende, tosende Fluten. Sie traf nicht nur auf erschütterte Erwachsene, sondern auch auf Kinder, die die Ereignisse der Flutnacht unlöschbar im Kopf hatten; die ihr Elternhaus verloren hatten, in Notunterkünften untergebracht waren und Freunde vermissten. Kriebs fasst zusammen: „Es war einfach furchtbar zu erleben, was das für die Menschen bedeutete, ihre Heimat verwüstet und ihre eigenen vier Wände zerstört zu sehen.“

Sozialpädagogin Kriebs, normalerweise im Jobcenter in Dillingen als Fallmanagerin tätig, unterstützte im Rahmen der Amtshilfe den örtlichen Jugendpfleger Werner Söller in vielfältiger Weise: Sie kümmerte sich jeweils von montags bis freitags unter anderem um die Koordination von Spenden- und Hilfsanfragen, initiierte die aufwendige Zuschussbearbeitung, engagierte sich bei der Abwicklung verschiedener Verwaltungstätigkeiten und bei der Organisation eines Weihnachtsprogrammes, half in der Kinderbetreuung und bei der Organisation eines Kinderferienprogrammes und und und. Zum Kinderferienprogramm gehörte auch eine Zirkuswoche, die bei den Kindern und Jugendlichen sehr gut ankam, wie sie berichtet: „Da vergaßen sie mal kurz die schlimmen Ereignisse.“ Das alles schafften sie und die weiteren Unterstützer unter widrigen Bedingungen. Schließlich war doch das eigentliche Jugendbüro nicht mehr vorhanden, weil geflutet; auch die übrige Infrastruktur von den Kanälen bis zur Stromversorgung waren zu großen Teilen zerstört. Und Internet gab es natürlich auch nicht. „Alles war improvisiert, aber irgendwie ging es“, blickt Kriebs zurück.

Auf der Internetseite des Jugendbüros wird ihre Arbeit unter der Überschrift „Sie kam, engagierte sich und hinterließ Spuren im Jugendbüro Ahrtal“ ausführlich beschrieben – und gelobt: „Unterstützend, kreativ und sachlich“, so habe man Kriebs erlebt. Und die Wertschätzung für die Helferin aus dem Landkreis Saarlouis findet sich auch noch in anderen Passagen: „Dem Jugendpfleger war sie personelle Unterstützung nach den großen Einbußen, ein Rettungsanker (…).“

Sie sei sehr froh, dass die Verwaltung ihr ermöglicht habe, dort zu helfen, betont Patricia Kriebs. Und würde es jederzeit wieder tun. Gern denke sie an die große Freundlichkeit und Dankbarkeit der Menschen im Ahrtal zurück.

Weitere Infos zur Kinder- und Jugendarbeit im Ahrtal und Hilfsmöglichkeiten gibt es auf der Homepage des Jugendbüros, Pro Büro für Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Ahrweiler, https://probuero-altenahr.de/

 

St. Ingbert – Hilfskonvoi mit 100 Raummetern Brennholz ins Ahrtal gestartet!

Von |2021-11-18T14:18:20+01:00November 18th, 2021|

16.11.2021 Quelle: Pressemitterilung Stadt St. Ingbert/ Foto: Florian Jung
 
 
 

Hilfskonvoi mit 100 Raummetern Brennholz aus dem St. Ingberter Stadtwald ins Ahrtal gestartet

Nach der Flutkatastrophe haben die Menschen im Ahrtal ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ein Großteil der Infrastruktur konnte noch nicht instandgesetzt werden und viele Menschen stehen auch jetzt, wo der Winter vor der Tür steht, noch ohne Heizung. Übergangsweise erhalten daher viele Haushalte Brennholz-Heizungen, für die dringend Holz benötigt wird.

Angeregt durch die Grünen Merzig, die bereits mehrere Lieferungen mit Holz ins Ahrtal transportiert haben, stellten die Grünen St. Ingbert an den Stadtrat einen Antrag auf eine Spende aus den Beständen des Stadtwaldes an den Stadtrat, der auch angenommen wurde. Nun werden etwa 90 Festmeter (ca. 100 Raummeter) Holz, das vor etwa 1,5 Jahren im Stadtwald geerntet wurde, in drei LKW-Fahrten in die Stadt Ahrbrück geliefert. Finanziert wird der Transport aus dem Budget des Geschäftsbereichs „Stadtentwicklung und Bauen“ unter der Leitung von Herrn Martin Ruck.

Kaputte Infrastruktur, keine Heizungen – Sachspenden helfen wirklich

„Das große Problem vor Ort ist, dass es keine Lagerplätze gibt. Wir müssen daher das Holz so liefern, dass es in kleinen Stapeln abgelegt wird. Die Helfergruppe in Ahrbrück verfügt über eine Maschine zum Spalten der Stämme. Danach wird das Brennmaterial direkt und unbürokratisch an die Anwohner verteilt. Selbst wenn dieses Holz noch nicht perfekt zum Heizen getrocknet ist, kommt die Hilfe gut an“, erklärt Rainer Keller, Vorsitzender der Grünen St. Ingbert. Geldspenden seien zwar gut gemeint, gibt er die Erfahrung der Helfergruppen aus dem Ahrtal weiter, doch könne man mit dem Geld vor Ort kein Holz kaufen, weil es keines gibt. Und der St. Ingberter Förster Michael Weber fügt hinzu: „Die Stämme sind gutes Brennholz. Es verfügt noch über eine Restfeuchte von ca. 30 %. Wenn jeder Nutzer es jedoch noch ein wenig zum Trocknen vor dem Ofen ausbreitet, dann sollte es gut brennen.“

Eine Spende, an der sich viele beteiligen. Der ehemalige Förster Bodo Marschall lobt vor allem das Transportunternehmen Jakob Transporte GmbH aus Schiffweiler von Stefanie und Michael Wachter. „Natürlich kosten die drei geplanten Fahrten Geld, zumal der Transporteur aufgrund der kaputten Infrastruktur im Ahrtal und der kleinen Stapelplätze im Ort gar nicht richtig einschätzen kann, wie lange er für Fahrt und Abladung benötigt. Aber die Eheleute Wachter haben uns ein sehr, sehr faires Angebot gemacht!“

Routiniert steuert Michael Wachter die Greifer, um die Stämme sortiert und auf Größe geschnitten auf dem LKW zu positionieren – ganz als würde er Zahnstocher auf einem Tisch sortieren. Und schon kann sich die erste Fuhre direkt aus dem St. Ingberter Wald auf den Weg machen.  „Gruß ins Ahrtal“ – schreiben die Förster mit Sprühfarbe auf einen der Baumstämme. Ein herzlich gemeinter und Mut zusprechender Gruß aus der St. Ingberter Bürger an die betroffenen Menschen aus Ahrbrück.

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