31.05.2022 Quelle: Pressemitterilung Stadt St. Ingbert/ Foto: Maria Müller-Lang
 
 
 
 
 
 
 

Grundschulkinder lernen mit allen Sinnen

Die St. Ingberter Südschule initiiert verschiedene Projekte, in denen den Grundschüler neben dem Erwerb des Wissens laut Lehrplan mit allen Sinnen und durch praktische Arbeit für das Leben lernen.

Drei größere Projekte verfolgt das Kollegium der Südschule unter der Leitung von Nadine Klimbingat derzeit: das Ackerbauprojekt, die MUS-E®-Schule und das KiTec-Programm.

Gemüse pflanzen, pflegen und ernten

Das Ackerbauprojekt leitet Grundschullehrerin Anna-Lena Schaan mit der Unterstützung der „GemüseAckerdemie“, einer Initiative des Acker e.V., der Bildungsprogramme und praxisorientiertes Arbeiten für Kinder und Jugendliche anbietet. Die Kinder und Frau Schaan legten unter Anleitung der Acker-Coachin Nora Jankowski einen eigenen Schulacker an. „Die Voraussetzungen bei uns sind prima“, lobt Anna-Lena Schaan. Direkt gegenüber der Schule gibt es einen Nutzgarten, in dem bereits zwei Bienenstöcke stehen (die im Rahmen der Bienen-AG von einem Imker betreut und von den Kindern gepflegt und beobachtet werden). Hier treffen sich die Kinder nach der Pause. Jedes bekommt ein von der Elternschaft finanziertes Gartengerät. Und dann gilt es, Schösslinge von Kohlrabi, Salat, Mangold, Pastinake und Zuckererbsen vorsichtig in die Erde zu bringen. „Ich mache das auch manchmal zuhause und Radieschen mag ich am liebsten“, erzählt Lenni und konzentriert sich gleich wieder darauf, nicht auf die Furchen zu treten und das bereits eingebuddelte Pflänzchen zu gießen. „Wir werden jede Woche Unkraut jäten, später ernten und unsere Ausbeute in der Schulküche verarbeiten oder gleich essen“, erklärt die Lehrerin. So lernen die Kinder den Wert von Lebensmitteln und den Genuss aus eigener Erfahrung kennen.

Obstbaumspende einer Anwohnerin

Fauna und Flora spielen in der Grundschule überhaupt eine große Rolle. Neben den Bienen im Nutzgarten laufen einige junge Hühner um den Hof herum. Diese werden derzeit vom Hausmeister gepflegt, und die Kinder lieben sie. Und außer dem Gemüsegarten gibt es auch eine angrenzende Obstbaumwiese. Einer Anwohnerin ist diese Wiese so wichtig, dass sie der Schule bereits sechs Obstbäume dafür gespendet hat. „Die Kinder sollen sehen, wie die Bäume wachsen, das Obst selbst ernten und genießen“, betont die Spenderin, die anonym bleiben möchte.

Wie funktioniert Technik?

Das KiTec-Projekt (Kinder entdecken Technik) ist eine Bildungspartnerschaft zwischen der Schule und der SHS – Stahl-Holding-Saar. Es soll Grundschulkinder dabei unterstützen, ihren Wissensdurst für die Welt der Technik zu wecken und ihre Kreativität praktisch zu fördern. Die teilnehmenden Lehrer, Anna-Lena Schaan und Sven Krajewski, werden an der Wissensfabrik mit den Grundlagen und den Materialien geschult. Die SHS finanziert das Material (altersgerechtes Werkzeug sowie Materialkisten) und unterstützt die Lehrer durch Fachwissen. Im Werkraum stehen Schraubstock, Hammer, Nägel, Säge, Bohrer, Kleber, Holz usw. bereit und schon legen die Kinder los. Am Tag der Vertragsunterzeichnung zwischen den Bildungspartnern lautet die Herausforderung, ein Rad so an einem Holzfahrzeug zu befestigen, dass es sich dreht – keine leichte Aufgabe. „Ich habe erst mal ein Schwert gemacht“, erzählt Yazan und spannt ein Stück Holz in den Schraubstock. Und Charlotte baut einen Nistkasten: „Da muss ein Loch rein, damit die Vögel reinfliegen können. Das bohre ich mit dem Bohrer.“ Die Schulrätin des Saarpfalz-Kreises, Heike Schmidt-Petersohn, ist voll des Lobes: „Das Motto „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ wird hier praktisch gelebt. Es ist schön zu sehen, wie Kinder lernen, wenn man sie lässt – unabhängig von den Lernvoraussetzungen.“ Der Geschäftsführer der SHS- Stahl-Holding Saar, Jörg Disteldorf, selbst Vater von Grundschulkindern, hilft einem Jungen, den gelockerten Schraubstock wieder am Tisch zu befestigen. „Wir wollen Kinder in jungen Jahren an die MINT-Fächer heranführen. Zum einen lernen die Kids fürs Leben. Zum anderen möchten wir sie für die technischen Fächer begeistern und die Fachkräfte der Zukunft für unser Unternehmen und für die Gesellschaft fördern.“ Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer bekräftigt: „Handwerkliche Berufe sind wichtig. Hier können die Kinder sich einfach ausprobieren und mit den Händen arbeiten. Mein herzlicher Dank geht an das hoch motivierte Personal der Südschule und an die Stahl-Holding-Saar.“

Musische Bildung in der Schule

Auch für die musische Ausbildung der Kinder ist bestens gesorgt. Im Rahmen des internationalen MUS-E®-Projekts, das durch den Musiker Lord Yehudi Menuhin ins Leben gerufen wurde, kommen Künstler unterschiedlicher Bereiche an die Schulen, um in Projektarbeit mit den Kindern zu arbeiten. An der Südschule wurden bereits unterschiedliche Projekte mit Tänzern und Musikern durchgeführt. Eine Auszeichnung durch die Projektleitung ist geplant.

Gute Bildung funktioniert nur durch gute Zusammenarbeit

Die Schulleitern Nadine Klimbingat unterstützt und begleitet alle diese und weitere Projekte. „Die tollen Ideen kommen immer aus dem hoch motivierten Kollegium. Diese Begeisterung geht dann auch auf die Kinder über.“ Aber die Projekte lassen sich nicht allein umsetzen, wie sie hinzufügt. „Daher danke ich auch dem Schulamt und den Mitarbeitern der Stadt, die für uns immer ansprechbar sind und Lösungen finden, und unseren Partnern aus der Wirtschaft, die alle diese Projekte unterstützen.“ Besonders wichtig ist ihr dies: „Auch die Eltern unterstützen unsere Arbeit immer sehr gern und engagiert. Und dass unsere Kinder und deren Bildung sogar einer Anwohnerin am Herzen liegen, ist etwas ganz Besonderes“